Rentabilität von erneuerbaren Energien im Eigenheim

Ich möchte mit diesem Beitrag einmal meine Erfahrungen über die Rentabilität von  erneuerbaren Energien berichten.

Ich lese regelmäßig Magazine, Zeitschriften und Artikel zum Thema „Erneuerbare Energien“. In solchen Beiträgen werden fast ausschließlich die Vorteile von Solarpanel, Photovoltaikanlagen, Erdwärme, Einspeisung, usw. angepriesen. Nachteile und Gründe irgendetwas „abzuwägen“ gibt es anscheinend überhaupt nicht. Ein regelrechter Hype ist entstanden. Gesetze werden erlassen, die Hausbesitzer/-innen und Bauherren/-innen dazu zwingen, teure Anlagen installieren zu lassen.

In den meisten Beiträgen sehe ich immer sehr häufig, dass entweder Wahrheiten unterschlagen oder verschwiegen werden. Zum Beispiel das Thema Anschaffungskosten und die damit verbundene Rentabilität. Auch bei der Effektivität werden sehr oft falsche Angaben gemacht. Wenn es um das Einsparpotential geht, sind die Angaben oft ungenau und oberflächlich. Die meisten Artikel in Fachzeitschriften sind „werbefinanziert“ und somit nicht unabhängig. Hier lässt sich viel Geld verdienen. Für die Industrie und auch die Verleger der Zeitschriften, die daraus Werbeeinnahmen generieren.
Das sind Fakten und kein „schlecht reden“ erneuerbarer Technologien. Ich finde diese neuen Technologien und Möglichkeiten sehr gut und verfolge interessiert deren Entwicklung. Der Nutzen neuer Technologien ist meiner Ansicht nach auch sehr groß.

Nun zu den Zahlen…

Ausgangslage – Erdgastherme – 120 Liter Pufferspeicher

In Lübeck gelten folgende Preise (Stand 2017): Erdgas 0,07€/kWh (bzw. 0,89€/m³) + 115€ Grundpreis/Jahr, Strom 0,29€/kWh

Beispiel 1 – Erdgastherme + 2 Solarthermiemodule (4,56m²) + 300 Liter Brauchwasserspeicher

Beispiel 2 – Erdgastherme + 5 Solarthermiemodule (11,4m²) + 800 Liter Hygienespeicher (Wolf BSP-800)

Für diese Konfiguration habe ich sehr detaillierte Verbrauchsdaten über mehrere Jahre erhalten.

Beispiel 3 – Erdgastherme + 5 Solarthermiemodule (11,4m²) + 800 Liter Hygienespeicher (Wolf BSH-800) + Wassergeführter Kamin

Beispiel 4 – Erdwärme über Tiefenbohrung + 2 Solarthermiemodule (4,56m²) + Sole/Wasser Wärmepumpe (Viessmann Vitocal 343-G)

Gehen wir bei dieser üblichen Konfiguration bei der Amortisationszeitberechnung von einem Neubau (statt Gastherme) und nicht von einer Nachrüstung aus. Dadurch verringert sich die Amortisationszeit und es ist auch üblicher, gut gedämmte Neubauten mit einer solchen Variante auszurüsten.

Beispiel 5 – Sonnenhaus mit 10000 Liter Pufferspeicher

Fazit:

Zur Zeit werden sehr viele Erd- sowie Luftwärmepumpen verbaut, ohne dass sich Bauherren viele Gedanken über die Rentabilität dieser Heizanlage machen. Die Anschaffungskosten solcher Wärmepumpenanlagen inkl. Montage ist so enorm hoch, sodass die eintretende Ersparnis sehr weit nach hinten gedrängt wird. Eine Erdwärmeheizanlage inkl. Bohrungen und Montage ist ca. 3-5 Mal so teuer wie Gasbrennwertthermen inkl. Montage und Anschluss der Erdgasleitung. Der Unterschied bei den laufenden Kosten für diese beiden Systeme liegt zurzeit bei nicht mal 200€ pro Jahr. Selbst wenn man einen guten Preis für eine Wärmepumpenanlage bekommt, beträgt die Armortisationszeit immer noch mindestens drei Jahrzehnte. Bauherren, die diese Tatsache ignorieren geht es anscheinend nicht um Ersparnis oder Ökologie. Vielleicht werden hier Ängste bedient oder Bauherren haben einfach nicht die Ausdauer, sich mit dem Thema zu beschäftigen und überlassen das gern dem Verkäufer. Zum Teil sind auch wirtschaftliche Interessen der Unternehmen von Bedeutung, da der Bau von Wärmepumpen mit höheren Margen besetzt werden kann. Wem das Geld nicht so locker sitzt, der sollte sich mit dem Thema  auseinander setzen und rechnen rechnen rechnen … 🙂
Es wird sich sicher noch einiges verändern. Vielleicht auch dramatisch. Aber einen möglicherweise nicht eintretenden Fall in 15 Jahren abzusichern zu wollen, halte ich für unsinnig. Brennwerttherme, Heizkessel, Pelletkessel, usw. lassen sich schnell austauschen. Es ist nicht notwendig eine Heizung für morgen zu kaufen. Aus heutiger Sicht ist eine Gasbrennwerttherme die wirtschaftlichste Investition. Auch in die Gebäudehülle (Dämmung, 3-fach-Verglasung, …) zu investieren, lohnt sich mehr als einige erwarten mögen. Rüsten Sie das Haus so vor, dass andere Geräte einfach nachgerüstet werden können. Legen Sie ausreichend Leerrohre in Fundament, Wände und Dachstuhl. Sollten Sie über eine Solarthermieanlange oder einen wassergeführten Kamin nachdenken, investieren Sie in einen ausreichend großen Pufferspeicher optimalerweise mit Heizungsunterstützung. Denn die Heizkosten betragen ca. 80% des Gesamtenergiebedarfs. Wer wirklich halbwegs ökologisch bauen möchte, sollte ein Sonnenhaus oder einen Eisspeicher (isoCal oder Viessmann) in Erwägung ziehen. Viele regenrative Energiequellen werden vom Staat gefördert. Nehmen Sie diese in Anspruch, um die Amortisationszeit zu senken. Informationen hierzu erhalten Sie vom BAFA.

Falls Sie ebenfalls eine sehr detailierte Dokumentation Ihrer Verbrauchszahlen haben, würde ich mich sehr darüber freuen, um weitere Bespiele hinzufügen oder bestehende anzupassen. Schreiben Sie mir dazu über das Kontaktformular. Sie bekommen dann eine Antwort mit meiner E-Mail Adresse, über die Sie mir die Informationen zukommen lassen können.

Weitere Informationen zu verschiedenen Energiequellen finden Sie auf der folgenden Seite: Energie/Heizung – Womit möchten Sie Wasser erwärmen und Ihr Haus heizen?

Sehr interessante Informationen zum Thema finden Sie außerdem auf: https://www.kesselheld.de

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Eigenheimbau: Elektrik in Eigenleistung

Diese Seite bezieht sich nur auf eine herkömmliche Standardverkabelung! Kein BUS-System!

Ich möchte euch in diesem Beitrag unsere Erfahrungen mit der Eigenleistung unserer Elektrik mitteilen. Ich habe mich vor dem Bau unseres Hauses gefragt (wie viele andere, die auf diesen Beitrag gestoßen sind), ob es möglich ist, ohne Elektrikerausbildung oder -erfahrung, die Elektrik des Eigeneheims selbst durchzuführen.
Ja, es ist möglich. Die meisten Arbeiten lassen sich selbst durchführen. Man benötigt trotzdem ein Elektrounternehmen, welches den Hauptanschluss abnimmt und beim Energieversorger anmeldet. Andernfalls fließt kein Strom ins Haus.
Es wird oft behauptet, dass die komplette Elektroinstallation inkl. Verlegen der Kabel, Anschließen usw. ausschließlich von einem Fachbetrieb durchgeführt werden darf. Das ist generell nicht so. Geübte Handwerker dürfen Teile der Installation selbst durchführen. Es gilt jedoch, dass ich mit meinen Eigenleistungen für die Folgen der Installation hafte.
Nähere Informationen: http://www.sanier.de/elektroinstallation/elektroinstallation-haftung

Die Elektrik eines Einfamilienhauses selbst zu planen und durchzuführen, ist nicht ganz so einfach, wie ich mir das Anfangs vorgestellt habe. Es ist sehr zeitintensiv und es müssen sehr viele Punkte vor der Umsetzung beachtet werden. Ich hoffe, dass Bauherren mithilfe unserer dokumentierten Erfahrungen weniger Probleme bei der Planung bekommen, Zeit sparen oder gar ganz die Finger davon lassen, weil es einfach zu viel Arbeit ist. Es lässt sich eine Menge Geld damit sparen, wenn man eine sehr umfangreiche Elektrik plant.

Folgende Punkte werden in diesem Beitrag näher erläutert.

  • Vorbereitung
  • Planung
  • Beschaffung
  • Kosten
  • Umsetzung (Vorinstallation)
  • Abnahme durch Elektrofachbetrieb
  • Umsetzung (Endmontage)

Vorbereitung

Bevor man aufwendig die Planung der eigenen Hauselektrik plant, Material kauft und loslegt, sollte man wichtige Fragen klären.

  1. Besitze ich die handwerklichen Fähigkeiten und fachlichen Kompetenzen um eine solche Arbeit zu planen und durchführen zu können? Wer „zwei linke Hände“ hat und wem die Begriffe „elektrische Spannung“, elektrischer Widerstand“, Wechselschaltung, Kreuzschaltung, CAT.7 sowie Koaxialkabel nichts sagen, der sollte lieber die Finger von Elektroarbeiten lassen. Es würde sonst bereits an bei Planung massive Probleme geben. Wer sich jedoch mit der Elektrik im Allgemeinen auskennt, könnte mithilfe eines Fachbuchs und einigen Tipps von Fachleuten eine Hauselektrik planen. Die Planung erfordert etwas mehr geistige Anstrengung. Die handwerkliche Umsetzung ist auf jeden Fall körperlich sehr anspruchsvoll. Ohne einem Elektriker zu Nahe treten zu wollen. Kabel verlegen, schlitzen und stemmen kann auch ein Auszubildnener im ersten Lehrjahr einer Elektrikerausbildung. Der Anschluss der Hausverkabelung an das Stromnetz bleibt selbstverständlich für einen Laihen eine nicht zu unterschätzende Aufgabe und sollte besser vom Fachpersonal ausgeführt werden.
  2. Habe ich Freunde, Bekannte oder Familie, die mir bei der Arbeit helfen würden? Die kompletten Arbeiten an der Elektrik allein durchführen zu müssen, geht ganz schön auf’s Zeitkonto. Ohne Hilfe benötigt man mehrere Tage. Wenn man neben der Haupttätigkeit die Elektroarbeiten durchführt, sogar mehrere Wochen. Ganz zu schweigen vom Planungsaufwand, der noch hinzugerechnet werden muss. Baut man mit einem Generalunternehmer, hat man i.d.R. ein Zeitfenster von 1-2 Wochen. Ohne Hilfe, wird das ziemlich eng. Man sollte mindestens für das Ziehen der Kabel eine zweite Arbeitskraft haben.
  3. Gibt es einen qualifizierten Elektriker, der mir die ganze Elektrik an das Stromnetz anschließt und abnimmt? Wenn Sie selbst qualifiziert sind, eine Hauselektrik abzunehmen, beantwortet sich diese Frage von allein. Ist man nicht vom Fach, benötigt man definitiv einen Fachmann. Ein Elektrounternehmen zu finden, welches eine Elektroinstallation abnimmt, die nicht von Fachleuten ausgeführt wurde, ist die schwierigste Aufgabe. Wir haben ca. acht erschiedene Elektrofirmen angeschrieben, ob sie unsere Verkabelung an das Stromnetz anschließen. Von den acht Firmen, zeigten sich nur zwei Firmen bereitwillig. Jedoch zu Preisen, bei denen man sich eigentlich die Eigenleistung sparen könnte. Den Elektrofirmen geht es momentan sehr gut und sie haben wenig Interesse sich dem Risiko auszusetzen  eine eventuell amateurhafte Hausverkabelung fortzusetzen und dafür auch noch Gewährleistung zu übernehmen. Es gibt jedoch auch Firmen, die sich auf die „Elektrik in Eigenleistung“ spezialisieren. Diese helfen bei der Planung und dem Anschluss an das Stromnetz. Bei Bedarf kann man sich für 50-70€/Stunde auch einen Elektriker ins Haus bestellen, der bereit ist, bei einer Eigenleistung zu unterstützen. Eine Plattform, die diese Leistung anbietet, ist: http://www.ewl-instakit.de
    Wir sind letztendlich über Freunde an ein Elektrounternehmen gekommen, die uns ganz offiziell die komplette Verkabelung zu einem angemessenen Preis an das Stromnetz angeschlossen haben. Somit sind wir auch, was die Gewährleistung angeht, auf der sicheren Seite.
    Auf jeden Fall sollte diese Frage geklärt werden, bevor man überhaupt weitere Schritte unternimmt.

Planung

Soweit man nicht vom Fach ist, sollte man sich als erstes mit den Vorschriften und Empfehlungen auseinander setzen. Falsch verlegte Kabel wären für den Bauherren eine Katastrophe. Die Wände wurden verputzt, vielleicht sogar schon die Tapeten angebracht. Und im gesamten Wohnzimmer funktionieren die Steckdosen nicht. Oder die gewünschte Wechselschaltung funktioniert nicht, weil das falsche Kabel verlegt wurde. Ein Alptraum!
Mit der Planung der Elektrik sollte man sehr zeitig beginnen. Spätestens nach Bestätigung des finalen Grundrisses.

Folgende Themen sind für die Planung der Steckdosen und Verkabelung sind wichtig.

  1. Was möchte ich alles haben?
    Netzwerkdosen, TV-Dosen, Treppenlicht, Überwachungskamera, Alarmanlage, Dimmschalter (Wichtig bei LED-Lampen), Außenbeleuchtung, Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung, Deckenleuchten, abgehangene Decke, usw.
  2. Welche Qualitätsstufe oder welches Design möchte ich haben?
    Wer sehr viel Geld sparen möchte, kann seine Hauselektrik im Baumarkt kaufen. Dort gibt es alles 30-40% günstiger als im Elektrofachhandel. Dafür ist die Qualität auch etwas schlechter. NYM-Kabel lassen sich schwieriger abisolieren und Schalter und Steckdosen wirken in manchen Fällen etwas klappriger oder vergilben schneller. Die Sicherheit der Bauteile aus dem Baumarkt ist im Gegensatz zu Markenbauteilen jedoch nicht schlechter. Das Design der Baumarktbauteile ist recht schlicht. Im Fachhandel gibt es von Berker, Gira & Co. eine Riesenauswahl an verschiedenen Farben und Formen. Tipp: Glänzende Cover bekommen nicht so schell Gebrauchsspuren wie matte Cover.
  3. Wieviel möchte ich von allem haben?
    Ein Neubau mit 5 Zimmern und ca. 140m² Wohnfläche darf ruhig 100-140 Steckdosen besitzen. Diese sollten intelligent verteilt werden, damit sie auch alle genutzt werden. Auch bei Wechsel- und Kreuzschaltungen sollte man vernünftig planen, damit man nicht erst durch den ganzen Raum laufen muss, um das Licht anzuknipsen. Zur Erinnerung: Ausschaltung (1 Schalter), Wechselschaltung (2 Schalter), Kreuzschaltung (>2 Schalter). Wer auf DECT-Telefone verzichtet, benötigt an einigen Stellen im Haus TAE-Dosen. Diese können am anderen Ende mit dem Router verbunden werden. Oder man plant den Router an einer zentralen Stelle (z.B. WZ, Flur) und legt ein CAT-Kabel zum Anschlusspunkt des Hauses. Netzwerkdosen sind für eine schnelle Datenübertragung sehr wichtig. Wer >VDSL50Mbit (o.ä.) im Haus nutzen möchte, kommt an Netzwerkkabeln nicht vorbei. WLAN wird durch Wände und Stahl in der Decke sehr stark abgeschirmt wodurch eine flächendeckende Übertragung fast unmöglich ist. Ich berichte hier aus Erfahrung. Gerade der Standard Telekom Router Speedport W724V mit seiner mickrigen intergrierten Antenne deckt nicht mal das EG komplett ab. Der TP-Link TL-WR1043ND schafft es zumindest mit akzeptabler Geschwindigkeit ins OG. Aber HighSpeed und störungsfrei sieht anders aus. Repeater sind nur eine Notlösung und die Übertragung via PowerLAN ist meist nicht schnell genug. Außerdem gehen PowerLAN Adapter oft nach ca. 2-4 Jahren kaputt. TV-Dosen für den Satellitenempfang sollten ebenfalls in jedem Zimmer geplant werden, wenn man schon mal baut. Für die Fußbodenheizung werden Thermostate benötigt. Diese sind teuer. Die Thermostate in Fluren sowie im HWR und Ankleide sollte man sich sparen. Die Temperatur lässt sich in diesen Räumen auch über Stellventile im Heizkreisverteiler steuern, welche i.d.R schon vorhanden sind, wenn ein Heizungsbauer die Fußbodenheizung verlegt. Digitale Thermostate mögen zwar praktisch und schick sein, werden aber i.d.R. nicht den Erwartungen entsprechend genutzt. Fußbodenheizungen sind träge. Man stellt nur einmal eine Temperatur ein, welche dann über den ganzen Winter eingestellt bleibt. Analoge Thermostate reichen dafür aus. Lampenanschlüsse sollten sorgfältig geplant werden, da diese sich am wenigsten nachrüsten lassen. Kabeldurchgeführungen an den Filigrandecken können NUR mit sehr großen Aufwand versetzt werden. Wir haben dafür einen kleinen Bereich von 80x150cm abgehangen, um darunter das Kabel für die Esstischlampe zu versetzen, die natürlich mittig über den Tisch hängen sollte.
  4. Wo möchte ich was haben?
    Am Besten ist, man zeichnet sich alles auf. Ich habe mir alle Räume so auf ein Blatt gezeichnet, dass die Wände „aufgeklappt“ nebeneinander zu sehen sind. Das hat den Vorteil, dass man auch die Höhe der Dosen sowie die Kabelwege skizzenartig einzeichnen kann. Auch eine Kopie des Grundrisses ist ebenfalls nützlich, um die Leitungswege auf dem Boden, der Decke oder an der Außenwand einzuzeichnen.Elektrik in Eigenleistung 1Diese Zeichnung kann man kostenlos mit „Libre Office Draw“ oder in einer 30-Tage Testversion mit Microsoft Visio anfertigen. Wer es er schnell und unkompliziert mag, kann auch einen A4-Zeichenblock, Lineal und Bleistift benutzen 🙂
    Nun sollte man alle Dosen, Lampenanschlüsse und Kabelwege einzeichnen. Für diesen Abschnitt habe ich sehr viel Zeit benötigt. Wenn dann alles eingezeichnet ist, sollte man die Leitungswege grob ausmessen und die ermittelten Längen und Mengen in eine Liste übernehmen, mithilfe dieser dann später das Material bestellt wird.
  5. Wie möchte ich die Stromkreise absichern?
    Die Planung der FI-Schalter und Sicherungen ist eigentlich Sache des Fachmanns. Man muss jedoch beim Verlegen der Kabel die Stromkreise berücksichtigen, weil nur die Enden eines Stromkreises im HWR aus dem Estrich ragen. Somit muss man jeden Stromkreis bereits vorher planen. Man könnte sich hier mit einem Fachmann beraten oder folgende Informationen als Hilfestellung nehmen.Wir haben unsere Stromkabel so verlegt, dass Licht und Steckdosen eines Raumes an einen Leitungsschutzschalter 16A geklemmt werden. Dunstabzugshaube, Geschirrspüler, Mikrowelle, Waschmaschine und Sauna haben wir jeweils an nur einem Leitungsschutzschalter geklemmt. 400V Steckdosen, wie zum Beispiel Herd, CEE Dosen für z.B. Sägen, Saunaöfen, usw. benötigen jeweils drei Leitungsschutzschalter oder einen 3er-Kombi-Schalter. Ca. 8 Stromkreise (abhängig von der zu entnehmenden Stromlast) erhalten i.d.R. einen FI-Schalter. Überwachungs- und Alarmelektronik sollten nicht am selben FI-Schalter geklemmt werden, wie die Außenelektrik und -beleuchtung.
    Bei ca. 12 Zimmern inkl. Bad, WC, Flure und Dachboden, der Außenbelechtung, der Außenelektrik, der Alarmelektronik, Mikrowelle, Geschirrspüler, Gastherme, Waschmaschine und Dunstabzugshaube ergeben ca. 20x 230V Stromkreise sowie Herd, Saunaofen und CEE-Dose in der Garage ergeben 3x 400V Stromkreise. Bei 23 Stromkreisen ergibt das ca. 3-4 FI-Schalter und einen Hauptschalter. Übrigens lässt sich auch an eine 400V-Geräteanschlussdose (Herdanschlussdose) ein 230V Saunaofen anschließen. Es muss also nicht extra eine Schuko-Steckdose installiert werden.
  6. Welche und wie viel Kabel benötige ich?
    Die Wahl der Kabel ist sehr wichtig. Es sollten keinesfalls die falschen Kabel verlegt werden, da es sonst zu Bränden kommen kann. Bei langen Leitungswegen sollten Kabel mit höherem Querschnitt verwendet werden, da aufgrund der Kabellänge der elektrische Widerstand höher ist. Bei 400V Anschlüssen sollten generell immer mindestens 2,5mm² Kabel verwendet werden. Die folgende Tabelle stellt eine grobe Übersicht über den Anwendungsbereich der verschiedenen Kabel da.
1,5mm² NYM 3-adrig Deckenbeleuchtung 230V, Steckdosen 230V, Außenbelechtung 230V, Außensteckdosen 230V, Backofen (i.d.R. 230V Schuko-Stecker)
1,5mm² NYM 5-adrig Für Wechsel- und Kreuzschaltungen, Raumthermostate 12-230V
2,5mm² NYM 3-adrig Für Leitungswege ab 20m zwischen 1.Dose und Stromkasten. Zwischen den Dosen lassen sich im EFH bei 230V generell 1,5mm² verwenden
2,5mm² NYM 5-adrig Sauna 400V, Strom Garage 400V, Herd
2,5mm² SIHF-JB 5-adrig Nicht gasende Hochtemperaturkabel mit Silikonmantel für den Innenbereich der Sauna
2,5mm² NYY 5-adrig Erdkabel für den Garten mit verstärktem Mantel

Die benötigten Längen ergeben sich aus der in Punkt 4 erstellten Zeichnung.

Allgemeine Tipps für die Planung
– Verwenden Sie nur Gerätedosen mit 60mm Tiefe (z.B. Kaiser 1555-04)
– Verwenden Sie für die Netzwerkdosen und eventuell für die TV-Dosen die großen Elektronikdosen (z.B. Kaiser 1068-02)
– Verwenden Sie Koaxialkabel mit mindestens 120dB (z.B. Kathrein LCD 111)
– Verwenden Sie für die Netzwerkverkabelung mindestens S/FTP Kabel (z.B. DRAKA UC900 SS 23 4P S/FTP PE Cat.7), Zwei Kabel pro Dose oder ein Duplexkabel
– Führen Sie Erdungsleitungen zu Badewanne, Netzwerkschränken und Satellitenschüsselhalterungen (ist nicht vorgeschrieben, aber zu empfehlen!)
– Verlegen Sie Lautsprecherkabel (2,5mm² 2-adrig) für eine Surroundanlage unter den Putz inkl. Lautsprecheranschlussdosen (z.B. DYNAVOX Lautsprecher Anschlussblende)
– Schützen Sie die CAT- und Koaxialkabel an den Türschwellen mit Wellrohr. Diese Kabel sind sehr empfindlich.
– Verlegen Sie die Klingelleitung vom Klingelschalter zum späteren Standort der Klingel (z.B. Flur) und von dort zum Sicherungsschrank. Nutze mindestens 4-adrige Leitungen für eventuelle Klingelbeleuchtung. Speise die Klingel mit Strom vom Klingeltrafo, der als Hutschienenelement erhältlich ist. Verzichte auf Batterien und Funkelemente!
– Wer eine Alarmanlage plant, sollte zusätzlich 2-4 adrige dünne Kabel zu den Fenstern im Erdgeschoss verlegen, um dort später Reed-Kontakte anzuklemmen. Es gibt Reed-Kontakte, die in die Fensterrahmen eingearbeitet sind. Hier hilft der Fensterhersteller weiter.
– Wir haben Doppel-Steckdosen in die Fensterlaibung für Weihnachtsbeleuchtung und zum Aufladen von Smartphones installiert. Wir nutzen diese Steckdosen sehr oft und ich kann dies sehr empfehlen.
– Verlegen Sie keine Kabel unter der Dusch- oder Badewanne und halten Sie die vorgeschriebenen Installationszonen in Feuchträumen ein. Möchten Sie im Feuchtbereich (Dusche oder Badewanne) Licht installieren, planen Sie einen Spannungstransformator in sicherer Entfernung ein, der die Spannung auf 12 oder 24 Volt reduziert. Deckenbeleuchtung ist davon nicht betroffen.

Beschaffung

Sie haben nun die Planung abgeschlossen und eine Liste mit der Anzahl der Steckdosen, Lichtschalter, Lampen, der Leitungslängen der verschiedenen Kabelarten, Bestellnummern, usw. angefertigt. Dann können Sie jetzt alle Teile in einem Elektrofachhandel oder im Baumarkt beschaffen. Elektrofachhandel verkaufen oft nicht an Privatpersonen. Mit einem Freund oder Bekannten, der einen Gewerbeschein besitzt und Dir behilflich sein möchte, ist das jedoch kein Problem.
Die Beschaffungsliste für unser EFH sieht wie folgt aus. Außerdem habe ich den Einkauf in die Vorinstalllation und in die Endmontage aufgeteilt.

Vorinstallation

Beschreibung Menge
WAGO 273-153 Verbindungsdosenklemmen, 3 x 0,75-1,5 mm² transparent VPE 100 Stck 1
WAGO 273-155 Verbindungsdosenklemmen, 5 x 0,75-1,5 mm² transparent VPE 100 Stck 1
Kaiser 1068-02 Electronicdose 10
Kaiser 1555-04 Geräte-Verbindungsdose M25 200
NYM-J 5×2,5 mm² PVC-Mantelleitung Ring 50m
NYM-J 5×1,5 mm² PVC-Mantelleitung Ring 100m
NYM-J 3×1,5 mm² PVC-Mantelleitung Ring 900m
Kathrein LCD 111 200m
DRAKA UC900 SS 23 4P S/FTP PE Cat.7 250m (125m bei Duplex)
Signaldeckel für die Putzarbeiten 200
Pipe Kunststoffrohr/Wellrohr 50mm 25m
Schlaufen/Krampen nach DIN 1159 1000g 2
Montagelochband 19mm x 10m 1
Fixpin Großer Kragen 200Stück 1
Klingeldraht J-Y(ST)Y 50m

Endmontage

Beschreibung Menge
Steckdose 120
Wechselschalter 25
Kreuzschalter 1
Doppelwippschalter 1
Raumtemperaturregler analog 8
Jalosieschalter 2 (Rest ist mechanisch)
Antennendose für TV 9
Netzwerkdose für CAT 9
Wippe Schalter Einfach 26
Wippe Schalter Doppel 1
Wippe Schalter mit Pfeil (Jalosie) 2
Rahmen 1-Fach 31
Rahmen 2-Fach 44
Rahmen 3-Fach 10
Rahmen 4-Fach 2
Rahmen 5-Fach 4
Abschlusswiderstand für TV-Dosen 9 (Notwendig, wenn Durchgangsdose als Enddose verwendet wird)
Klingelknopf 1
Klingeltrafo für Hutschienenmontage 1

Werkzeug

Setzeisen
Bohrkrone SDS (Wolfcraft 7957000 Diamant-Bohrkrone)
Bohrhammer SDS
Meißel für SDS
Schlitzfräse
Dosenabisolierer
KNAUF Rotband Haftputz (ideal zum einsetzen der Gerätedosen, Gips ist nicht empfehlenswert)
Fäustel
Kaiser Bohrschablone (1190-65 EAN: 4013456442009)

 

Kosten

Das Material für die Elektroinstallation kostet relativ wenig. Der Arbeitslohn der Elektriker ist der Teil, der eine umfangreiche Elektroinstallation schnell mal 8000 – 16000 € kosten lässt. Deswegen lässt sich hier eine Menge Geld sparen. Unsere Kosten im Überblick.

Beschreibung Kosten
Material Vorinstallation inkl. Werkzeug, aber ohne Bohrhammer 1260,- €
Material Endmontage 1950,- €
Fachgerechte Montage des Zählerschranks durch Elektrofachbetrieb 1800,- €
Sonstiges und Kleinmaterial 150,- €
Zwischensumme 5160,- €
Gutschrift vom Bauunternehmen für Eigenleistungen -2700,- €
Summe 2460,- €
Angebot für unsere gewünschte Zusatzleistungen vom Elektrofachbetrieb des Bauunternehmens 9200,- €
Unsere Ersparnis bei ca. 200 investierten Arbeitsstunden 6740,- €

Umsetzung (Vorinstallation)

Schritt 1: Anzeichnen, Bohren und Ausstemmen der Dosenlöcher

Benötigtes Werkzeug: Bohrhammer inkl. SDS-Meißel, Schlitzfräse, Fäustel, Handmeißel, Zimmermannsbleistift, Zollstock, Kaiser Bohrschablone (1190-65 EAN: 4013456442009), Wasserwaage, 68mm oder 72mm Bohrkrone (Wolfcraft 7957000 Diamant-Bohrkrone)

Sobald alle Wände gemauert oder gesetzt wurden, kann man mit den ersten Arbeiten beginnen. Dem Anzeichnen, Bohren und Stemmen der Wandschalenlöcher. Doch bevor man das erste Loch bohrt, sollte man noch mal die Notwendigkeit aller angezeichneten Steckdosen und Schalter prüfen. Manchmal ergibt sich noch die eine oder andere Änderung. Planen Sie die Wege so ein, dass Sie die Kabel auf dem kürzesten Weg (jedoch unter Einhaltung der Installationszonen) von Steckdose zu Steckdose verlegen können.
Sobald alles überprüft wurde, kann mit dem Ausbohren der Dosenlöcher begonnen werden. Wer die Kaiser Lochschablone verwendet hat, hat bereits die Bohrlöcher zum Aufsetzen der Bohrkrone und kann entsprechend zügig alle Dosen bohren. Hinweis: Wer eine günstige Universalbohrkrone mit geringer Schnitttiefe aus dem Baumarkt verwenden möchte, muss bei Verwendung einer 60mm UP-Schale nach dem ersten Ausstemmen noch einmal ca. 10mm bohren, um die notwendige Tiefe zu erreichen.

Schritt 2: Einsetzen der UP-Schalen

Benötigtes Material: Rotband Haftgipsputz (kein Gips!!! – härtet zu schnell aus), 60mm UP-Schalen, Mörtelkelle, Spachtel, Eimer zum Anrühren, Wasserwaage

Als erstes habe ich alle UP-Schalen bearbeitet. Ich habe die Zweier, Dreier, Vierer und Fünfer-Kombinationen zusammengesteckt und die störenden Überstände und Kabeldurchlässe mit eine Zange abgeknipst. Anschließend habe ich die fertig bearbeiteten UP-Schalen vor die entsprechenden Plätze gelegt. Anschließend habe ich ausreichend Haftgipsputz angerührt und die Dosen Raum für Raum mithilfe einer kleinen Wasserwaage eingeklebt. Die Dosen sollten halbwegs gerage in horizontaler UND vertikaler Richtung eingeklebt werden, da andernfalls Spalte beim Montieren der Blenden entstehen.

Schritt 3: Verlegen der Kabel

Sobald die Fenster und Türen eingebaut sind und der Rohbau abschließbar ist, können Sie mit dem Verlegen der Kabel beginnen. Das Material sollten sie nicht im Haus verlegen, wenn es nicht abschließbar ist. Versichert ist es auch nicht. Deshalb sollten Sie es auch erst mitnehmen, wenn Sie es wirklich brauchen. Das hat jedoch keine allgemeine Gültigkeit. Wenn das Zeitfenster eines Elektrikers dran ist, muss er auch ins Haus und haftet auch für den Verlust seines Materials. Sie können also selbst entscheiden, ob Sie das Risko eingehen möchten.
Ich habe mit dem Verlegen der 3-adrigen NYM-Leitungen immer an der letzten Steckdose begonnen und habe die Leitungen dann von Steckdose zu Steckdose verlegt. Bei der ersten Dose würde man dann das Kabel Richtung Verteilerschrank verlegen. Der Übersichtlichkeit habe ich erst alle Räume in einem Geschoss fertiggetsellt und anschließend die Zuleitungen zu den Räumen verlegt. Seien Sie großzügig und planen Sie mindestens 5 Meter Kabellänge vom Boden unter dem Verteilerschrank bis zur Sicherung ein! Die Kabel werden mit Krampen in den Wandschlitzen befestigt.

Isolieren Sie an den Kabelenden den Außenmantel vor dem Einstecken in die Gerätedosen mit dem Dosenabisolierer ab. Dies vereinfacht das Eindrücken der Kabel, wenn die Dosen mit dem Signaldeckel verschlossen werden. Das nachträgliche Entfernen des Mantels in der Dose ist etwas umständicher.

Schritt 4: Verlegen der Netzwerk- und Koaxialkabel

Verlegen Sie die Netzwerk- und Koaxialkabel so spät wie möglich. Diese Kabel sind sehr empfindlich. Netzwerkkabel haben im inneren acht sehr dünne Kupferleitungen, die beim „drauf treten“ beschädigt werden könnten. Bei Koaxialkabel ist die Abschirmung sehr wichtig, die ebenfalls schnell und bis zur Unbrauchbarkeit beschädigt werden kann. Es empfiehlt sich, diese Kabel an den Türschwellen mit PVC-Wellrohr zu schützen. Auch wenn Sie quer durch den Raum verlegen, schützen Sie unbedingt diese Kabel.
Auch wenn es möglich ist, Netzwerk- und Koaxialkabel irgendwo in der Mitte zu trennen, ist es nicht empfehlenswert. Verlegen Sie also immer komplette Kabelstücke von der Dose zum Patchpanel,  Multischalter oder LNB. Spannen Sie die Rolle auf eine Abrollvorrichtung oder auf eine Gerüststange, um das ständige „Verrollen“ und Knicken der Kabel zu vermeiden. Hochwertig abgeschirmte Kabel (wie z.B. S-FTP) können problemlos zusammen mit anderen spannungsführenden Kabeln verlegt und zusammengebunden werden.

Schritt 5: Schützen der verlegten Kabel, Überprüfen aller Räume und Abdecken der UP-Schalen

Wenn Sie alle Kabel verlegt haben, nehmen Sie sich am Besten eine Checkliste mit allen Stromkreisen, gehen diese Dose für Dose durch und Haken erst ab, wenn Sie 100%ig sicher sind, dass dieses Kabel ordentlich verlegt wurden. Gerade zu diesem Zeitpunkt hat man meistens keine Lust mehr und meint: „Wird schon passen!“. Der Ärger und Aufwand bei einem vergessenen oder falsch verlegten Kabel ist enorm groß und absolut unnötig.

Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit gleich mit, ob alle Kabel gut geschützt und mit Kabelbindern fixiert verlegt sind. Beim Anbringen des Innenputzes müssen alle empfindlichen Kabel auf dem Boden fixiert und geschützt sein. Manche Handwerker bekommen ihre Füße nicht richtig gehoben und treten dann versehentlich gegen die Kabelstränge. Deswegen muss alles fest angebracht werden. Beim Verlegen der Fußbodendämmung wird im Bereich der Kabel auf dem Fußboden meist die Dämmplatte ausgeschnitten und um die Kabel herum ein Streugranulat verwendet. Wenn man dem Verleger Arbeit ersparen möchte, verlegt man Kabel möglichst nicht diagonal durch den Raum.

Abnahme durch Elektrofachbetrieb

Sobald der Innenputz angebracht, Fußbodendämmung, Heizung und Estrich verlegt wurde, kann der Elektriker den Verteilerschrank anbauen und die Kabel anklemmen. Wer das selbst durchführen möchte, kann dies auch zu diesem Zeitpunkt tun.
Fachbetriebe und Unterstützung gibt es auf: http://www.ewl-instakit.de

Nach dem fachgerechten Anschluss erfolgt die Abnahme nach DIN VDE 0701-0702 durch den Elektriker und der Antrag an den Energieversorger. Der Antrag kann nur durch einen Fachbetrieb gestellt werden. Andernfalls gibt es keine Genehmigung.

Umsetzung (Endmontage)

Die Endmontage der Wippen, Rahmen und Einsätze ist nun ein Kinderspiel. Bei 4-fach und 5-fach Rahmen zeigt sich nun, ob die Dosen sorgfältig und gerade eingearbeitet wurden. Koaxial- und CAT-Kabel an die Einheiten anzuklemmen ist sehr zeitaufwendig. CAT-Kabel sollten an einem zentralen Punkt an ein Patchpanel angeklemmt werden. Alternativ ist auch das direkte Crimpen in RJ45-Stecker möglich, die dann anschließend ohne Umwege in den Netzwerkswitch gesteckt werden.

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Umwälzpumpe/Zirkulationspumpe: Ja oder Nein?

Uns wurde die Frage nach einer Umwälzpumpe gar nicht gestellt. Eine Umwälzpumpe oder Zirkulationspumpe war für den Bau unseres Hauses vom Bauunternehmen oder Heizungsmonteur schlichtweg nicht eingeplant. Ist eine Umwälzpumpe dann überhaupt notwendig?

Als erstes muss erwähnt werden. Umwälzpumpen sind Luxus! Man spart mit ihnen kein Geld. Im Gegenteil. Mit einer Umwälzpumpe sind die laufenden Kosten höher als ohne. Ökonomisch gesehen, ist eine Umwälzpumpe für den Endverbraucher ein Kostenfaktor. Ökologisch gesehen spart man Wasser bei Verwendung einer Umwälzpumpe. Verbraucht aber im Gegenzug mehr Gas und Strom. Es geht aber nicht immer ohne Umwälzpumpe. In einem großen Haus, mit langen Leistungswegen, ist es extrem nervig minutenlang das Wasser abzulassen, bis es warm wird. In unserer alten Wohnung in einem 3-stöckigen Mehrfamilienhaus, ließen wir genau 63 Sekunden das Wasser ab, bis es warm genug war, um damit duschen zu können. Nach ca. 20 Minuten war es wieder so kalt, dass der Vorgang wiederholt werden musste, wenn man es erneut warm haben wollte. Hier fehlte ein Zirkulationskreislauf, in dem das Wasser mithilfe einer Umwälzpumpe warm gehalten wird.

Die schematische Darstellung eines Wasserkreislaufs mit Zirkulationspumpe

Ein herkömmlicher Wasserkreislauf

Ein herkömmlicher Wasserkreislauf
Quelle: http://www.korona-solar.de/zirkomat.htm

Eine Umwälzpumpe verbraucht Energie. Durch die ständige Zirkulation des warmen Wassers, kühlt dieses in den Leitungen ab. Die Wärme des Wasser wird nach außen hin abgegeben und muss im Kessel wieder erneut erwärmt werden. Der Wärmeverlust soll selbstverständlich durch eine gute Isolierung möglichst gering gehalten werden, trotzdem ist er so hoch, dass die Kosten für die Erwärmung nicht unerheblich sind.

Grundfos ALPHA 2 32-60 - Heizungs-Umwälzpumpe mit Dämmschale

Grundfos ALPHA 2 32-60 – Heizungs-Umwälzpumpe mit Dämmschale – Preis 241,90 EUR – Quelle: http://www.heima24.de

Was kostet denn nun der Betrieb einer Zirkulationspumpe?

Einbau des Kreislaufs (bei Neubau) 600,00 EUR
Pumpe 300,00 EUR
Strom 50,00 EUR / Jahr
Gas 250,00 EUR / Jahr
Gesamtjahresmehrkosten über 10 Jahre 390,00 EUR

(Die Werte sind durch Recherchen aus dem Internet sowie von Familienangehörigen und Freunden entstanden, Angaben ohne Gewähr)

Was bringt mir eine Zirkulationspumpe?

Wenn Sie sich für eine Zirkulationspumpe entscheiden, haben Sie SOFORT (spätestens ab der 2. Sekunde) an jeder Abnahmestelle warmes Wasser. Sie müssen beim Duschen oder Baden kein kaltes Wasser ablassen und haben beim Waschen von Obst, Gemüse oder Ihrer Hände sofort warmes Wasser zur Verfügung.

Entscheiden Sie sich gegen eine Zirkulationspumpe, müssen Sie das Wasser zwischen Kessel und Abnahmestelle erst aus der Leitung lassen, bevor Sie warmes Wasser zur Verfügung haben. Die Zeit, die dafür benötigt wird, ist abhängig vom Leitungsquerschnitt und der Leitungslänge. Den Leitungsquerschnitt bestimmt i.d.R. das Heizungsbauunternehmen, da hier die Regeln der Technik beachtet werden müssen, um einen Mindestwasserdruck gewährleisten zu können. Die Leitungslänge können Sie zum Teil selbst beeinflussen, da Sie beim Neubau eines Hauses die Lage der Nassräume (Bad, WC, Küche, …) selbst bestimmen können. Waschbecken, Dusche und Badewanne sollten sich so nah wie möglich am Wasserspeicher (HWR) befinden.

Hier sehen Sie unseren Grundriss mit den Abnahmestellen und die Zeit (rot gekennzeichnet), die unter vollem Wasserdruck aufgewendet werden muss, um heißes Wasser zu erhalten.

Zeiten für WasserentnahmeFür unser Empfinden sind 7-13 Sekunden OK. Außerdem rechtfertigt diese geringe Wartezeit 300,00 EUR Kostenersparnis. Wenn es jedoch über 15 Sekunden dauert, gerade bei den Duschen, wäre eine Zirkulationspumpe schon wieder eine Überlegung wert. Eine Zirkulationspumpe ist demnach eine persönliche Entscheidung. Gegenüber stehen Komfort und ca. 300,00 EUR im Jahr mehr im Portmonaie.

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Endergebnis: Erfahrungen mit Team Massivhaus in Lübeck

Nach 6 Monaten und 3 Wochen wurde unser Hausbau mit der Bauabnahme am 16.12.2014 abgeschlossen. Nach 7 Monaten sollte es laut unserem Bauvertrag von Team Massivhaus 250 € pro Woche Entschädigung geben. Da kam TM gerade so rum. Die Kosten für Bereitstellungszinsen aufgrund der ganzen Verzögerungen blieben also komplett bei uns. Die Planungsphase wurde um 8 Wochen und die Bauphase um 7 Wochen unnötig verzögert. Das sind in unserem Fall ca. 2300 € Bereitstellungszinsen zzgl. Miete. Aber wir sind natürlich über jeden Tag dankbar gewesen, die das Haus früher fertig gestellt wurde.

Vor großen „technischen“ Mängeln blieben wir „Gott sei dank“ verschont. Die meisten Mängel waren optische Fehler oder geringfügige Mängel. Der größte optische Fehler war der schiefe Innenputz. Hier wurde 6 Mal, an insgesamt 14 Tagen über 2 Monate nachgebessert. Vier verschiedene Firmen haben ihr Glück versucht, den Putz zu korrigieren. Ein Mitarbeiter der Firma „BAUPRÜFER Service-Gesellschaft für Bauherren mbH“ hat zum Schluss gezeigt, dass es auch schnell, sauber und professionell geht. Die Malerfirma „Malerei Hamdorf GmbH“ aus Lütjenburg, die von TM beauftragt wurde die größten Unebenheiten auszubessern, hatte ihren Aufgabenbereich etwas missverstanden. Abgesehen davon, dass es sehr lange gedauert hat, waren eine Menge Unebenheiten nach ihrer Arbeit noch unebener. Die Rede ist hier von Stichmaßen zwischen 5mm – 15mm auf einem Meter Länge. Mehr zum Thema Putz habe ich auf der Seite: Brauchen wir für unseren Hausbau einen Baugutachter? zusammengefasst.

Unser Bauleiter Jan Osbahr hat sich leider überhaupt nicht wie ein kompetenter Bauleiter verhalten. Unsere Anrufe wurden nicht entgegengenommen. Er hatte nicht oder sehr selten zurückgerufen als er unsere Telefonnumer auf seinem Display sah. Laut seiner eigenen Auskunft hört er seine Mailbox nicht ab und „liest“ E-Mails nur einmal die Woche (Freitags). Wenn er unsere E-Mails gelesen haben sollte, dann hat er sie jedes Mal  erfolgreich ignoriert. Auf unsere SMS mit Rückruf-Bitten reagierte er ebenfalls nicht. Unter diesen Bedingungen ist die Zusammenarbeit mit einem Bauleiter äußerst schwierig. Andere Bauherrn, die uns hier angeschrieben haben, berichteten von den selben Erfahrungen mit Herrn Osbahr.

Die Qualität der ausführenden Gewerke wurde nur unzureichend von ihm überprüft. 9 von 10 Mängelprotokolle unseres Baugutachters (per E-Mail) hatte er ignoriert. Somit blieben einige Mängel über lange Zeit unkorrigiert, von denen er hätte rechtzeitig Kenntnis nehmen können. Einzig die schriftlichen, per Einschreiben gesendeten, Mängelanzeigen wurden unverzüglich bearbeitet.

Unser größtes persönliches Problem mit Herrn Osbahr war seine Unzuverlässigkeit und schlechte Kommunikationsfähigkeit. Wir hatten Angelegenheiten telefonisch mit ihm besprochen und per E-Mail bestätigt, von denen er im Nachhinein nichts mehr wissen wollte. Er hatte mit uns Absprachen getroffen, von denen die Gewerke nichts wussten. Alles wurde von uns schriftlich nachweisbar dokumentiert und trotzdem versuchte er sich „rauszureden“. Es war für uns sehr anstrengend mit dieser Person zu arbeiten.

Als letzte Möglichkeit (den Bauverlauf noch in die richtige Richtung zu bewegen und den Bau zeitnah zu beenden) blieb uns nur eine schriftliche Beschwerde an die Geschäftleitung zu senden. Daraufhin hatte sich das Sekratariat der Geschäftleitung bei uns gemeldet. Team Massichaus wollte einen vor-Ort-Termin mit uns und dem Oberbauleiter vereinbaren, um ALLE bis dato ungeklärten Angelegenheiten zu klären und um die Mängel beseitigen zu lassen. Alles was vorher von unserem Bauleiter trotz mehrfacher Erinnerung versäumt wurde, schien auf einmal möglich. Die Geschäftsleitung von Team Massivhaus, das Sekretariat und der Oberbauleiter waren sehr bemüht, unsere Anliegen schnell und zufriedenstellend zu bearbeiten. Warum es erst nach einer ausführlichen Beschwerde funktioniert, verstehe ich nicht.

Alle Probleme wurden jedoch nicht zufriedenstellend beseitigt. Unser Bauleiter Herr Osbahr wurde leider, trotz Bitte um einen Ersatz, weiterhin für unser Bauvorhaben eingesetzt. Seine Erreichbarkeit und Rückrufbereitschaft besserte sich für ca. 3-4 Wochen. Danach war wieder alles beim Alten. Angelegenheiten, die geklärt und Probleme, die beseitigt schienen, traten erneut in den Vordergrund. Es kam wieder zu unnötigen Verzögerungen, Absprachen wurden nicht eingehalten und es nervt einfach nur. Selbst Anschreiben sind auf „mysteriöse Weise“ verschwunden und tauchten erst auf telefonische Nachfrage wieder auf. Wir hatten noch mal zwei E-Mails an Herrn Osbahr geschrieben und danach entgültig aufgegeben.

Wir hatten Anfang Januar (3 Wochen nach Bauabnahme) noch mal ein letztes Schreiben an Team Massivhaus gesendet, in dem noch mal ALLE Mängel und Angelegenheiten detailiert erwähnt wurden und gebeten wurde, diese zu beseitigen bzw. zu klären und Kostenübernahmen schriftlich zu bestätigen. Nachdem dieses Schreiben Ende Januar auf Nachfrage „wiedergefunden“ wurde, und die restlichen Mängel von den Gewerken beseitigt wurden, setzte sich im März 2015 der Kundenservice von Team Massivhaus mit uns in Verbindung und klärte alle offenen Angelegenheiten und Probleme zu unserer Zufriedenheit. Ob dieser letzte Schritt auch ohne die von uns einbehaltenen 1600€ bezüglich der offenen Mängel getan worden wäre, wissen wir nicht. Dieses Entgegenkommen von Team Massivhaus ist jedoch sehr serviceorientiert und lässt uns den Hausbau letztlich doch noch zufriedenstellend abschließen.

Trotz des Ärgers mit unserem Bauleiter würden wir Team Massivhaus als organisiertes, erfahrenes Bauunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen weiter empfehlen.

  1. Eigene Erfahrung und handwerkliche Begabung! Wer mit Team ein Haus bauen möchte, durchläuft vier Phasen und lernt somit mindestens vier Personen dort kennen. Da wären das Verkaufsgespräch, Erstgespräch, Planungsphase und Bauphase. Die Beratung in den letzten drei Phasen fanden wir in unserem Fall miserabel. Es hat an sehr vielen Stellen an Fachwissen und an kundenorientierter Beratung gemangelt. Das kann natürlich in unserem Fall einfach nur Pech sein. Aber zwei der Personen arbeiten noch bei Team Massivhaus. Das heißt, es wird weiterhin Bauherren geben, die unserer Meinung nach schlecht beraten werden.(Beispiel: Bauingenieur im Erstgespräch und Bauleiter kannten keine Rollläden mit Maxi-Einlassgurtwickler. Die Antwort war für uns mehr als unbefriedigend. Kniestock und Drempel zu unterscheiden ist fachlich nicht ganz korrekt. Auch wenn es von vielen Fachleuten gern gemacht wird. In Lehrbüchern gibt es keinen Unterschied. Im Erstgespräch wurden wir bezüglich der Auflagen und Richtlinien aus dem Bebauungsplan (Dachfarbe, Klinkerfarbe, …) ebenfalls unzureichend beraten. Wir mussten uns selbst eine Farbtabelle besorgen und haben unsere Wunschdachfarbe direkt mit dem Bauamt besprochen. Team Massivhaus bestand auf einen Haftungsauschluss bezüglich unserer Wahl. Völlig absurd. Die Dachfarbe entspricht zu 100% den Vorgaben im Bebauungsplan. Bauzeichnerin und „Bauingenieur“ wollten sich anscheinend damit nicht auseinandersetzen). Wer also präzise Vorstellungen von seinem Haus und handwerkliche Kenntnisse besitzt, könnte mit Team Massivhaus weniger Schwierigkeiten bekommen als Bauherren, die eine umfangreiche kompetente Beratung benötigen. Es gibt jedoch auch bei Team Massivhaus sehr kompetente engagierte Mitarbeiter. Mit etwas Glück, bekommt man so einen „zugeteilt“.Nachsatz (11.07.2015): Die Beratung bezüglich des Standorts für den Kamin/Ofen war ebenfalls unzureichend. In unserem und uns zwei weiteren bekannten Fällen wurde bezüglich des Rauchrohr- und Zuluftrohranschlusses keine ausreichende Beratung von Team Massivhaus durchgeführt. In unserem Fall hat gar KEINE Beratung statt gefunden. Auch auf Nachfrage nicht. Nähere Einzelheiten erfahren Sie bei Interresse auf folgenden Beitrag: Aus dem Grundofen wird nun ein Kaminofen
  2. Schlechter Bauleiter – Neuer Bauleiter!!! Ich wünsche keinem Bauherrn, dieselbe Erfahrung mit einem Bauleiter machen zu müssen, die wir machen mussten. Wer sich entschieden hat, mit einem großen Bauunternehmen, wie Team Massivhaus zu bauen, sollte wert auf eine gute Kommunikationsfähigkeit, Erreichbarkeit und Kompetenz des Bauleiters legen. Andernfalls gibt das nur Probleme. Grundlegende, sich wiederholende Schwierigkeiten sollten IMMER schriftlich, sachlich und mit detailierter Begründung bei der Geschäftsleitung angezeigt werden. Tritt keine Besserung ein, sollte man nachdrücklich um einen anderen Bauleiter bitten. Es gibt, wie in jedem Unternehmen, kompetente und inkompetente, bemühte und faule, zuverlässige und unzuverlässige Mitarbeiter. Solange schwarze Schafe keine kritischen Entscheidungen treffen, ist das auch nicht weiter tragisch. Aber der Bau eines Einfamilienhauses ist für die meisten Menschen eine Lebensentscheidung, die Verwirklichung eines Traums, „Eine große Sache“, verbunden mit erheblichen finanziellem Aufwand, … . Sowas legt man nicht in die Hände eines Dilettanten.
Preis Flexibilität Beratung (Ausser Verkaufsgesp.)
stars5 stars4 stars0
Kundenservice (Mängel & Beschwerden) Kommunikation/
Ansprechpartner
Kommpetenz
stars4 stars2 stars3
Kundenfreundlichkeit BearbeitungSzeit Gesamt
stars4 stars2 stars3


Fazit:
Wir würden wahrscheinlich nicht noch mal mit Team Massivhaus bauen. Aber das ist eher eine persönliche Entscheidung. Uns wären bei einem zweiten Hausbau die Kommunikationswege bei Team Massivhaus zu lang und zu träge. Die Prozesse sind zwar alle gut durchorganisiert und funktionieren auch gut. Aber hier ist die Bürokratie oftmals sehr nervig.
Gut finden wir jedoch den niedrigen und fairen Preis bei Team Massivhaus. Die Angebote sind äußerst übersichtlich und nachvollziehbar. Eigenleistungen sind in jedem Bauabschnitt möglich. Team Massivhaus ist bezüglich Eigenleistungen ziemlich flexibel. Die Insolvensgefahr wird wahrscheinlich auch eher gering sein.
Schlecht finden wir, dass besonders in der Bauphase nur unzureichend auf individuelle Wünsche eingegangen wurde (Beispiel: Wir wollten vom Heizungsbauer ein Noppensystem verlegt bekommen. Der Verkäufer von Team Massivhaus meinte, dass es möglich ist und mit den Gewerken abgestimmt wird. Die von Team Massivhaus beauftragte Firma verlegt dieses System jedoch nicht.) Die Kommunikationswege sind zu lang (Beispiel: In bestimmten Phasen heißt es Warten! Wie lange, kann niemand sagen. Verantwortlich ist anscheinend niemand), Fristen sind lang und unflexibel (Erst wenn eine Phase beendet wurde, wird die nächste gestartet, Überscheidungen oder Beschleunigungen sind nicht vorgesehen), Die Frist für die Planungsphase wurde bei uns um 10 Wochen überschritten. Wenig Eigeninitiative (Baustraßen können u.U. 10000 – 20000 € kosten. Das kann aber kein Bauherr beurteilen. Von Team Massivhaus tut dies vor der Finanzierung auch niemand konkret. In uns zwei bekannten Fällen wurde dies erst zu Beginn der Erdarbeiten beurteilt und führte zu finanziellen Engpässen.)

Zwischenfinanzierungskosten: Beim Verkaufgespräch wurde uns eine lächerliche Summe von 1500,00 Euro genannt. Wenn der Darlehensvertrag jedoch beim Bemusterungstermin schon abgeschlossen sein muss (Rücktrittsverzicht), und die Fristen nicht eingehalten werden und sich daduch die Planungs und Bauphase um Monate verschiebt, enstehen Kosten für Bereitstelllungszinsen und doppelte Miete von mehr als 5000 Euro.

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Das war unsere Erfahrung mit Team Massivhaus. Wir haben versucht, diesen Beitrag so objektiv wie möglich zu formulieren. Wir hoffen, Ihr konntet euch hiermit ein Urteil bilden.

Bei Fragen und Anregungen kann sich jeder über das Kontaktformular an uns wenden!

Brauchen wir für unseren Hausbau einen Baugutachter?

Die Empfehlungen für einen Baugutachter werden fast immer von abhängigen Stellen ausgesprochen. Baugutachter empfehlen ihre Notwendigkeit entweder selbst oder werden von indirekt profitierenden Stellen empfohlen. Diesen Umstand empfinden sehr viele Menschen als unseriös. Zumal ein Baugutachter ja auch wie eine Versicherung zu betrachten ist. Es wird sehr viel Geld dafür bezahlt und dann treten noch nicht einmal Mängel auf. Das ist für die meisten wie „raus geschmissenes Geld“.

Eine Empfehlung von Freunden und Bekannten, ist wiederum für viele nicht kompetent genug. Wer sowieso schon nicht viel von Baugutachtern hält, der wird sich auch von seinen ahnungslosen Freunden keinen empfehlen lassen.

Wir haben uns einen Baugutachter genommen und möchten hier unsere Erfahrungen berichten. Der Baugutachter, den wir beauftragt hatten, wurde uns von unseren Nachbarn empfohlen. Wir wollten keine „bösen Überraschungen“ erleben und als unerfahrener Bauherr kann man den Ablauf und die Folgen schlecht einschätzen. Wir haben uns zwar mit sehr sehr vielen Dingen rund um den Hausbau beschäftigt und tun das immer noch. Aber auch bei renommierten Bauunternehmen kann niemand voraussagen, welche unfähigen Gewerke bestellt werden und welcher Handwerker gerne Mal „fuscht“.

Ganz ganz selten wird ein Haus ohne Baubegleitende Qualitätssicherung einstürzen oder abbrennen. Auch fachlich falsch ausgeführte Bauarbeiten, die so gravierende Folgen haben, dass dadurch große Folgeschäden oder ähnliches entstehen sind eher selten. Kleine Mängel dagegen kommen sehr häufig vor. Zum Beispiel werden Abflussrohre nicht immer im richtigen Abstand mit Schellen befestigt. Das kann dazu führen, dass bei warm bis heiß abfließenden Wasser Leckagen an den Muffen oder Ablagerungen durch Biegen der Kunststoffrohre entstehen. Elektrische Leitungen werden nicht in den vorgeschriebenen Installationszonen verlegt und angebohrt, wenn man einen Schrank oder Bild aufhängen möchte. Die Fundamentgründung wird nicht fachgerecht verdichtet, was zum „absacken“ der Sohle führen kann. Die Stahlbewehrung im Fundament wird nicht laut Statik eingesetzt, was zur Rissbildung im Mauerwerk führen kann. Die Sohle wird nicht fachgerecht isoliert, was drückendes Wasser in die Sohle lässt und zur Schimmelbildung führen kann. Die Maurer setzen eine falsche oder nicht vereinbarte geringere Dämmung ein, was zwar den Blower-Door-Test nicht beeinträchtigt, aber die Dämmwirkung verringert. Es gibt viele unzählige und manchmal undenkbare Möglichkeiten, was alles passieren kann… Aber braucht man dafür unbedingt einen teuren Baugutachter? Ich würde sagen: „Ja“! Aber nicht zwingend bei jedem Bauabschnitt. Ein Bauherr, der selbst seine Fliesen verlegt, braucht Niemanden, der seine Arbeit begutachtet. Das gleiche gilt für alle anderen Gewerke, in denen der Bauherr aus beruflichen Gründen Erfahrung hat. Auch bei Arbeiten, bei denen es ausschließlich um optische Mängel geht, braucht man keinen Gutachter für 100€ pro Stunde bezahlen. Zum Beispiel Innen- und Außentüren, Treppenanlage, Fliesen- und Malerarbeiten, Elektro-Endmontage (Anschrauben der Steckdosen) und (teilweise) Innenputz. Nun haben wir von unserem Baugutachter ein Komplettangebot für 18 Kontrollen + Bauabnahme erhalten. Wir waren begeistert, dass er so viele Begutachtungen durchführt und haben auch nichts ausgeschlossen. So war er auch nicht so erfreut, als wir die Maler-, Fliesen- und Einbau der Innentüren mittendrin ausschließen wollten. Aber diese Begutachtungen sind absolut überflüssig. Wir sind uns nicht sicher, ob ein Gutachter auf dieses leicht verdiente Geld verzichten möchte. Deshalb sollte man sich immer ein Komplettangebot machen lassen und vor Vertragsabschluss unnötige Positionen ausschließen. Hier lassen sich sicherlich vernünftige Vereinbarungen treffen.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei einem Hausbau ist die Dokumentation. Hier spricht auch einiges FÜR eine baubegleitende Qualitätssicherung durch einen Sachverständigen. Eine Mängelfeststellung durch einen Baugutachter gewichtet i.d.R. mehr als die eines Bauherrn. Auch wenn Spätfolgen durch Mängel auftreten, ist eine gute Dokumentation eines Sachverständigen vor Gericht definitiv ein Pluspunkt. Einen Mangel vor Gericht zu beweisen ist nämlich durch die notwendigen Gutachten schon teuer und schwierig genug.

Unser Komplettangebot war folgendermaßen aufgebaut:

Bauabschnitte:

1. Gründung / Sohle
2. Erdgeschossmauerwerk / Erdgeschossdecke
3. Verblendmauerwerk / Wärmedämmverbundsystem
4. Dachstuhl / Unterdach
5. Dachrinnen / Unterschläge / Dacheindeckung, hier auch evtl. 2x
6. Dämmung / Dampfsperre / Trockenbau
7. Fenstermontage / Sohlenabklebung
8. Elektro – Rohinstallation
9. Sanitär – Rohinstallation
10. Lüftungs- Rohinstallation
11. Innenputz
12. Heizungs – Rohinstallation
13. Estrichbau
14. Wand- und Bodenfliesen / ggf. Malerarbeiten
15. Elektro – Endmontage
16. Brüstungs – und Treppengeländer / Treppenanlage
17. Sanitär – Heizungs – Lüftungs – Endmontage
18. Innentüren
19. Abnahme

Ergibt 18 Stunden Aufwand a 89,00 € 1.602,00 €
Abnahme ca. 2 Stunden a 89,00 € 178,00 €
Nettosumme 1.780,00 €
Bruttosumme (inkl. MwSt. 19% 338,20 €) 2.118.20 €

Bezahlt haben wir ca. 1600,00 €. Der niedrigere Betrag kam zustande, weil wir die Positionen 8,10,14,15,16,17 und 18 ausgeschlossen haben und vom Gutachter einige Begutachtungen zusammengelegt wurden.

Bei unserem Hausbau gab es glücklicherweise keine schwerwiegenden Mängel. Nur kleinere Auffälligkeiten, die teilweise sowieso (ohne Mängelrüge) von den Gewerken korrigiert wurden. Ob die 1600,- € gut investiert waren, würde ich mit „Ja“ beantworten. Wir sind von unserem Gutachter, in Sachen Beratung, zwar nicht 100%ig überzeugt. Aber wir glauben, dass er die Problemzonen/Schwachstellen beim Hausbau kennt und diese somit schon mal besser überprüft werden als durch einen Laien (durch uns).

Was ein kompetenter Bausachverständiger mitbringen muss, würden wir persönlich so  beschreiben. Fachkenntnis, Seriösität, gute Beratung im Problemfall, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit. Leider kann man bei der Auswahl eines Bausachverständigen nicht immer erkennen, ob ein Gutachter diese Eigenschaften besitzt. Und es gibt viele schwarze Schafe und „Schnacker“. Alle notwendigen Informationen haben wir uns selbst zusammen gesucht. Viele interessierte Bauherren haben uns auch schon um Rat und Informationen gebeten. Falls in diesem Beitrag also noch Fragen unbeantwortet bleiben, können Sie uns gern über das Kontaktformular anschreiben.

Wie finde ich einen seriösen und kompetenten Bausachverständigen?

  • Eine übersichtliche und aktuelle Internetseite deutet auf Engagement und Offenheit hin. Im wesentlichen auch für moderne Technologien. Ein Foto, eine Telefonnummer, eine Leistungsübersicht und ein unverbindliches schriftliches Angebot auf Anforderung wirken seriös.
  • Gute telefonische Erreichbarkeit des Bausachverständigen und Rückrufe bei Abwesenheit sowie promte und ausführliche Beantwortung von E-Mails deuten auf Zuverlässigkeit hin.
  • Begutachtungen nach JEDEM Bauabschnitt wirken seriös und sind vor allem sinnvoll, da Mängel festgestellt werden sollten, solange sie sichtbar sind.
  • Unabhängigkeit! Bausachverständige sollten in jedem Fall unabhängig vom Generalunternehmer (GU) und den Gewerken sein. Gegenseitiges Bewerben ist ein „No-Go“!
  • Über einen Eintrag im „Verzeichnis für Architekten, Ingenieure, Baukoordinatoren und Sachverständige„.

Beispiel: Team Massivhaus wirbt für Begutachtungen durch die DEKRA. Drei Begutachtungen für je 600,- €. Hier sind ganz klar drei Punkte zu kritisieren.

  1. Drei Begutachtungen reichen oft nicht aus, um alle möglichen Mängel festzustellen. Kontrolliert werden sollten in jedem Fall, die erforderliche Stahlbewehrung laut Statik sowie die angebotene Untersohlendämmung, das Mauerwerk, Verblendung und Außendämmung, Dachstuhl und Dacheindeckung, Heizung und Sanitär, Elektrik (Vormontage) und Estrich. Zwei Begutachtungen + Bauabnahme sind hier recht knapp.
  2. Eine Begutachtung dauert laut unserer Erfahrung zwischen 30 und 90 Minuten. Wenn eine umfangreiche Begutachtung zwei Stunden dauert, würde eine Stunde bei der DEKRA 300,- € kosten. Das ist doch recht viel.
  3. Ist die DEKRA wirklich unabhängig? Seit wann kritisiert ein Untenehmen das Unternehmen, durch welches es beworben wird? Sicherlich bleiben die direkten  Kosten für entstandene Mängel nicht beim Generalunternehmer (GU) hängen, sondern bei den beauftragten Gewerken. Aber Bauleiter und Kundenservice des GU hätten bei einer hohen Auftragslage schon einen enormen Mehraufwand, wenn ALLE Auffäligkeiten gerügt werden würden. Bei einer ständigen Zusammenarbeit zwischen Bauleiter und Bausachverständiger ist eben auch nicht sicher, dass im Interesse eines einzelnen Bauherren (der sowieso nur einmal baut) gehandelt wird.

Fazit: Wir würden einen Bausachverständigen in jedem Fall empfehlen. Zumindest für kritische Bauabschnitte, wie die in Punkt 1 genannten. Sollten Mängel auftreten, bleiben sie ohne Bausachverständigen u.U. unentdeckt. Zum Beispiel können Mängel in der Fundamentgründung Mauerwerksrisse entstehen lassen. Ein neu gebautes Haus verliert so nicht nur an Wert, sondern sieht auch nicht mehr neu aus. Ärger kann es immer geben. Auch bei einen bekannten renomierten Bauunternehmen. Man sollte sich als unerfahrener Bauherr nicht auf sein oberflächliches Halbwissen verlassen. Bausachverständigenkosten bis 2000,- € sind zwar nicht weinig aber doch überschaubar und können einem oft vor Ärger und großen Schäden bewahren.

Nachtrag am 05.01.2016: Unser Gutachter hat seine Tätigkeit als Bausachverständiger aus persönlichen Gründen aufgegeben. Er steht somit leider nicht mehr zur Verfügung.

1. Beispiel für einen Mangel am Hausbau, der durch einen Bausachverständigen festgestellt werden kann.

Der Innenputz ist bei unserem Hausbau durch Team Massivhaus am Schlimmsten geworden. Es gab an vielen Stellen Stichmaße von mehr als 10mm. Hier musste mehrfach durch verschiedene Firmen nachgearbeitet werden.

Innenputz_Mängel 26.08.2014

Innenputz_Mängel 26.08.2014

Bei Innenputzarbeiten gibt es laut Berichten anderer Bauherrn und meiner Internetrecherche immer wieder Schwierigkeiten und extrem unsaubere Arbeit. Hier sollte jeder Bauherr schnell reagieren und nach den ersten beiden Räumen die 2m Wasserwaage anlegen und die Maßtoleranzen überprüfen. Oder seinen Baugutachter beauftragen. Die Maßtoleranzen im Hochbau sind in der DIN 18202 und DIN 18203-3 geregelt. Bei 1m Länge ist ein maximales Stichmaß von 5mm erlaubt. Dabei ist leider nicht geregelt, wie die Wasserwaage angelegt werden muss. Deshalb sollte die Wasserwaage aus jedem Winkel angelegt werden. Gedreht werden sollte die Wasserwaage in 45° Schritten. Ein ganzes EFH gründlich zu überprüfen nimmt ca. ein bis zwei Stunden Zeit in Anspruch. Dies ist eigentlich die Aufgabe des Bauleiters. Kritische Stellen sind die Türlaibungen, Schornstein, Bereiche an denen Schränke oder Regale an die Wand gebracht werden sollen, die Küchenzeile sowie Bäder und WCs. Ist die Wand schief oder nicht im Lot, werden die Fliesen schief angebracht. Ausgleichungen durch Fliesenkleber sind maximal bis 10mm möglich. Ab 15mm Stärke steigt die Rissbildungsgefahr stark an. Es gibt sicher auch Fliesenleger, denen das egal ist.

2. Beispiel für einen Mangel am Hausbau, der durch einen Bausachverständigen festgestellt werden kann.

Bei unserem Bau wurde der Kondensabfluss an der Schornsteinreinigungsöffnung nicht fachgerecht eingebaut. Das Mauerwerk wurde stark beschädigt und das Abflussrohr stand zu weit aus der Wand. Die anschließende Putzschicht hatte nicht gehalten.

25Das Gewerk war der Meinung, dass es sich hier um eine „fachgerechte Ausführung“ handelt. Sie meinten, dass verschwindet anschließend unter dem Putz. Nur wie hier zu erkennen ist, ragt die Rohrdämmung schon 10-15 mm aus der Wand. Innenputzstärke sind auch nur 10-15 mm. In unserem Fall (an dieser Wand) nur 10 mm. Hier wurde ein Beule geputzt, die auch noch instabil war und sich mit dem Finger eindrücken ließ.

Unser Gutachter hatte den Mangel rechtzeitig (unmittelbar nach Ausführung der Sanitärmontage) festgestellt und wir hatten den Mangel über eine Mängelrüge gerügt. Eine Mängelrüge muss einen Mangel sowie den Ort des Mangels genau beschreiben. Sie könnte zum Beispiel so aussehen.


Bauherr und Bauherrin
Musterhauspark 97
23558 Lübeck

 

Wunschbauunternehmen GmbH
Baustraße 78
24103 Kiel

Lübeck, den 05.01.2015

Bauvertrag vom 24.11.2014
Bauvorhaben Mustermann, Musterhauspark 1, 23558 Lübeck

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit zeigen wir bezüglich unseres oben genannten Bauvorhabens folgende Mängel an:

Sanitärmontage

  1. Das HT-Rohr für die Kondensatableitung am Schornstein steht zu weit aus der Wand heraus. Die Putzschicht ist demzufolge nicht tragfähig. (Bild 1)
  2. Bei den 50er HT-Rohren (Abwasserleitung) wurden nicht genügend Befestigungsschellen gesetzt. Es sind Abstände von über 80cm festgestellt worden. Durch heißes Abwasser können über einen längeren Zeitraum Verformungen der Leitungen und somit Schmutzansammlungen im Rohr entstehen. Hier muss fachgerecht nachgearbeitet werden. (Bild 2)

Mauerwerk

  1. Im Hauswirtschaftsraum (Raumnr. 7, Richtung Nord-West, links vom Fenster) wurde die Mehrspatenhauseinführung nicht fachgerecht eingebaut. Für eine fachgerechte Montage der Hausanschlüsse (Gas, Wasser, Strom, Telekom) sollte zwischen Innenwand und Mehrspatenhauseinführung (Sockel) ein Abstand von 10cm bestehen. Da der Hausanschlusssockel nicht fachgerecht montiert wurde, befindet sich dieser nun 8cm in der Wand.

Wir haben Sie aufzufordern, die oben genannten Mängel einschließlich der Ursachen der geschilderten Mängelerscheinungen

bis zum 19. Januar 2015

ordnungsgemäß, fachgerecht, dauerhaft und den anerkannten Regeln der Technik entsprechend zu beseitigen.

Terminabsprachen für die Besichtigung der Mängel und die Mängelbeseitigung selbst erbitten wir schriftlich oder telefonisch.

Mit freundlichen Grüßen

………………………………………….                                            ………………………………………….
(Bauherrin Müller)                                                                (Bauherr Müller)


Die Fristsetzung ist verschieden. In der Regel werden 14 Tage angesetzt. Nach verstreichen der Frist muss schriftlich eine Nachfrist gesetzt werden. Diese beträgt i.d.R. eine Woche. Erst nach Versenden dieses Schreibens darf Geld einbehalten werden. Die Mängelrügen sollten in jedem Fall per Einschreiben versendet werden. Ob Einwurfeinschreiben oder Einschreiben mit Rückschein bleibt jedem selbst überlassen. Beide sind rechtlich gültig. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich den Nachweis rechtzeitig über die „Deutsche Post Webseite“ ausdruckt.


Bauherr und Bauherrin
Musterhauspark 97
23558 Lübeck

 

Wunschbauunternehmen GmbH
Baustraße 78
24103 Kiel

Lübeck, den 20.01.2015

Bauvertrag vom 24.11.2014
Bauvorhaben Mustermann, Musterhauspark 1, 23558 Lübeck

Sehr geehrte Damen und Herren,

In meinem Anschreiben vom 05.01.2015 habe ich folgende Mängel gerügt:

  1. Im Hauswirtschaftsraum (Raumnr. 7, Richtung Nord-West, links vom Fenster) wurde die Mehrspatenhauseinführung nicht fachgerecht eingebaut.und Sie zeitgleich dazu aufgefordert, diese Mängel bis spätestens 19.01.2015 zu beseitigen.

Leider wurden die Mängel bis heute nicht behoben. Ich setze Ihnen hiermit eine Nachfrist bis zum 27.01.2015. Sollte auch diese Frist erfolglos verstreichen, behalte ich mir eine Feststellung der Mängel durch einen Gutachter, eine Selbstvornahme sowie Schadensersatzforderungen vor.

Des Weiteren weise ich Sie darauf hin, dass ich unter Berufung § 641 Absatz 3 BGB einen Anteil der Zahlung in Höhe von 1200 € zurückbehalten werde, bis die Mängel vollständig beseitigt sind.

Mit freundlichen Grüßen

………………………………………….                                            ………………………………………….
(Bauherrin Müller)                                                                (Bauherr Müller)


Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesen Informationen um einiges weiterhelfen.

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Brillux Creativ Floc-System im Flur und HWR

Das Brillux Creativ Floc-System besteht aus Dekochips […]. Mit dieser Wandbeschichtung erzielt man eine Schmutzunempfindlichkeit. […] Speziell in Wohn- und Objektbereichen, die einer starken Frequentierung unterliegen, zahlt sich das Creativ-Floc-System mit höchster Nassabriebbeständigkeitsklasse aus. Quelle: http://www.brillux.de

Wir haben uns für diese Wandbeschichtung im Flur und HWR entschieden, weil gerade in diesen Räumen das Tapezieren oder Streichen in Eigenleistung einen großen Aufwand bedeuten. Im HWR befinden sich viele Rohrleitungen, Kästen und Geräte an den Wänden, die ausgespart werden müssen. Im Flur sind die Wandflächen und Schrägen oft sehr unzugänglich. Außerdem besitzt der Flur viele Türen, die gerade beim tapezieren viel Zeit und bei sauberer Arbeit auch viel Fingerspitzengefühl benötigen. Bei den Brillux Floc entfällt dieser regelmäßige Aufwand. Einmal und nie wieder! Vorrausgesetzt, man guckt sich den Farbton nicht über. Deswegen haben wir uns für einen „neutralen“ Weißton entschieden.

Farbton: 104, Dekochips-Größe 3, Zwischenbeschichtung: Creativ Floc-Basis ELF 46 im Farbton 0095 weiß

Farbton: 104, Dekochips-Größe 3, Zwischenbeschichtung: Creativ Floc-Basis ELF 46 im Farbton 0095 weiß

Die braunen Dekochips in dieser Mischung passen gut zu den Türen. Die Grauen zum Fußboden. Damit dieser Wandbelag lange hält, wird er mit einer Lasur bestrichen. Diese macht die Brillux Creativ Floc widerstandsfähig und schützt sie vor Verfärbungen.

Die Kosten für unseren HWR und Flur (ohne Decken) ca. 90m² Wandfläche belaufen sich je nach Malerfirma zwischen 2100,-€ (Malerbetrieb u.Fachgeschäfte Detlef Kurzweg, 17373 Ueckermünde) sowie 3600,-€ (Maler Nielandt GmbH, 23566 Lübeck). Diese Fläche von einer offiziellen Malerfirma tapezieren zu lassen kostet zwischen 500,-€ bis 800,-€. Eine Ersparnis bringt das Brillux Creativ Floc-System deshalb nicht unbedingt. Gedacht ist es eher für öffentliche Bereiche, wie Flure in Mehrfamilienhäusern o.ä.. Da wir jedoch, diesen Wandbelag aufgrund seiner Oberfläche und seinem Glanz sehr schön finden und nicht regelmäßig streichen oder tapezieren möchten, haben wir uns für diese Investition entschieden.

Zusammen mit den WOFI Wandleuchten Halogen VIA ALU 4679.01.63.0000 sieht der Flur dann so aus.

Flur mit Wofi VIA Wandleuchte und Brillux Floc-System

Flur mit Wofi VIA Wandleuchte und Brillux Floc-System

Brillux Floxx Nahaufnahme Brillux Floxx Wandleuchten Brillux Floxx FlächeWOFI Wandleuchten Halogen VIA ALU 4679.01.63.0000: https://www.google.de/search?q=wofi+via&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=Fni-VL72McHxUsW2gLgE

Brillux Creativ Floc-System: http://www.brillux.de/anwendungen-und-loesungen/innenraumgestaltung/kreativtechniken/creativ-floc-system/?L=0

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Bauabnahme

Am 16.12.2014 war nun endlich die Bauabnahme. Team Massivhaus hat es nun endlich geschafft dieses Haus fertigzustellen. Nach 13 Monaten Planungs- und knapp 7 Monaten Bauzeit.

Einige Mängel stehen noch aus und werden vorraussichtlich bis Ende Januar behoben. Da wäre die Bodenlucke. Diese wurde mit einem Wasserschaden eingebaut.

Wasserschaden Bodenlucke

Wasserschaden Bodenlucke

Die HWR-Tür muss ausgetauscht werden, da sie am Furnier beschädigt ist. Die Wand am Mehrspatenhausanschluss wurde unsauber hergestellt. Hier sollte eigentlich ein Metallkasten angebaut werden. Stattdessen wurden von der Maurerfimra Cordes herumliegedene Gipskartonreste unsauber an die Wand geklebt.

Mehrspatenhausanschluss

Mehrspatenhausanschluss

Einzug

Am 15.12.2014 war der Einzug in unser neues Heim.

Die Umzugsfirma DTUEckermann e.K. aus Reinfeld war mit drei Helfern und einen 5m langen 7,5 Tonner angereist. Unsere gesamten Möbel wurden in 13 Stunden und zwei Touren in unser neues Haus geschafft. Dafür wollte die Firma knapp 700 € inkl. Mwst haben. Die Helfer blieben freundlich und waren gut gelaunt.

Die obligatorischen Schäden hielten sich in Grenzen. Ein Kratzer am Schrank und eine kleine Delle in der Wand. Ein Umzug ohne kleine Schäden ist aber wohl eher eine Seltenheit. Abhanden gekommen ist nichts und die Zahlung mit EC-Karte war auf Anfrage möglich. Das freute uns. Wegen der Steuererklärung. 🙂

Wir können dieses Umzugsunternehmen auf jeden Fall weiter empfehlen! http://www.dtueckermann.com

Laminat verlegen

Laminat zu verlegen ist für eine handwerklich halb begabte Person ziemlich einfach. Farb-, Estrich- und Spachtelrückstände und sonstige Unebenheiten gründlich beseitigen, Boden absaugen, Trittschalldämmung verlegen und verkleben, Laminat ineinander klicken. Fertig! In jeder zweiten Ausgabe eines Handwerksmagazins ist dies detailiert beschrieben. Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, bei dem könnten irgendwie Probleme auftreten.

Wer zum Beispiel auf die Trittschalldämmung verzichtet, verzichtet auch auf reduzierte  Laufgeräusche. Gerade bei Hausschuhen mit harter Sohle sind „Klickgeräusche“ deutlich zu hören. Estrichunebenheiten können ohne Trittschalldämmung ebenfalls nicht ausgeglichen werden. Es gibt Trittschalldämmungen mit integrierter Dampfsperre und fußbodenheizungsgeeignet. Nähere Infos habe ich unter Wärmeverteilung über eine Fußbodenheizung  zusammengefügt. Die Dampfsperre kann unter bestimmten Voraussetzungen auch weggelassen werden. Wer jedoch eine verwendet, muss diese auch mit Aluklebeband verkleben.

Allgemeine Hinweise zum Verlegen von Laminat

  • Gewalteinwirkung zum Verbinden der Laminatplatten durch SCHLAGEN ist NIEMALS notwendig. Laminat oder Parkett lässt sich entweder hineinander drücken oder klicken.
  • Der Verschnitt ist am geringsten (ca. 5%), wenn man das abgetrennte/-gesägte ENDE einer Reihe als ANFANG der nächsten Reihe verwendet. Dadurch entsteht ein diagonaler Schnitt, der i.d.R. nicht sichtbar ist. Bei Laminat oder Parkett mit V-Fuge ist dieser Schnitt sichtbar. Wer das nicht möchte und zum Beispiel im „Zickzack“ hat einen Verschnitt von ca. 20%
    Zickzack-Schnitt

    Zickzack-Schnitt

  • Zur Wand sollten ca. 10 mm Platz gelassen werden. Dieser Abstand kann mit Holzkeilen fixiert werden. Wenn Restfeuchtigkeit aus dem Estrich in das Laminat eindringt, dehnt es sich massiv aus und „staucht“ auf. Einige dieser Stauchungen können dauerhaft bestehen bleiben.

Verlegen der Trittschalldämmung

Wir haben eine Trittschalldämmung der Firma Logoclic verwendet. Pro Acoustic+. Diese ist 2mm stark, optimal für Böden mit Fußbodenheizung geignet, mit integrierter Dampfsperre und im Bauhaus für 5,99€/m² erhältlich.

TrittschalldämmungVerlegung des Laminats im Wohnzimmer

Im Wohnzimmer wollten wir ein hochwertigeres und optisch ansprechendes Laminat haben. Wir haben uns für das Laminat Eiche weiß 100 V-Diele 1-Stab von Schulte entschieden. Es ist hell und auf der Oberfläche ist aufgrund der Struktur kein Schutz sichtbar. Außerdem hat es eine hochwertige Holzmaserung. Keine Platte gleicht der Anderen. Es lässt sich extrem leicht verlegen. Der Quadratmeter kostet ca. 20€ im Angebot (Hammer).

Laminatboden Schulte Räume | 100 V-Diele | Eiche weiß | 1-Stab

Laminatboden Schulte Räume | 100 V-Diele | Eiche weiß | 1-Stab

Verlegung des Laminats im Gästezimmer

In den Gästezimmern sowie im Arbeitszimmer haben wir uns für preiswerteres Laminat entschieden. Das preiswerteste kostete 5€/m² im Ausverkauf und für die anderen beiden Räume haben wir 9-10€/m² bezahlt. Dieses Laminat lässt sich nicht so leicht verlegen wie das im Wohnzimmer. Außerdem ist es nicht 100% gerade, so dass vereinzelt kleine Zwischeräume wzischen den Kanten vorhanden sind. Die Zwischenräume betragen maximal 1mm.

Laminat Gästezimmer 1

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Der Estrich ist drin!

Der Estrich wurde am 14.10.2014 gegossen. Erste Messungen mit der Wasserwaage ergaben nur leichte Unebenheiten. Es wurde vor und beim Verlegen des Estrichs sehr ordentlich gearbeitet. Das einzige was vergessen wurde, ist der Schnellbinderzusatz. Glücklicherweise war ich morgens rechtzeitig auf der Baustelle und konnte Schlimmeres verhindern.

Am 20.10.2014 kamen die Fußbodenfliesen für Flur, Küche und HWR. Außerdem soll das Heizprogramm Heute oder Morgen gestartet werden. Das erfordert jedoch Gas. Wir hoffen, dass Fa. Wilke sich mit den Stadtwerken bezgl. des Gaszählers in Verbindung gesetzt hat. Beide habe ich zur Sicherheit vorher telefonisch kontaktiert. Wenn das Heizprogramm beendet ist, können auch schon die Fliesen verlegt werden. Außerdem sind noch folgende Arbeiten zu erledigen: Sanitärverkleidung für Waschbecken, Badewanne und Toilette (Eigenleistung Fliesenarbeiten), Spachtelarbeiten vom Trockenbau, Decke im Flur (EG) und WC abhängen, Deckenpanele im Bad anbringen, Garagenfundament gießen, Abwasserrohre an die Kanalisation anschließen, Steckdosen anschließen, Innenausbau, usw.

Es gab leider seit Beginn der Bauphase starke Kommunikationsschwierigkeiten mit unserem Bauleiter bei TEAM Massivhaus. Unser Bauleiter war sehr schlecht bis gar nicht zu erreichen. Wir haben uns deswegen bei der Geschäftsleitung beschwert. Fairnesshalber werden wir über Einzelheiten nicht berichten. Falls jedoch jemand nicht selbst verschuldete Schwierigkeiten mit einem Bauleiter oder generell mit Mitarbeitern eines Bauunternehmens hat, sollte dies unbedingt den Geschäftsführern mitteilen. In den meisten Fällen wissen die Geschäftsführer von den Schwierigkeiten nichts und man ist der schlechten Arbeitseinstellung oder Überforderung eines Bauleiters oft hilflos ausgeliefert. Was wiederum zu Baumängeln führt, die dann entweder nicht bemerkt oder hingenommen werden. Der Hausbau ist eine „große Sache“ und gerade beim Bau eines EFH soll doch alles „perfekt“ sein.

Weitere Informationen zum Thema Team Massivhaus unter:

Endergebnis: Erfahrungen mit Team Massivhaus