Eigenheimbau: Elektrik in Eigenleistung

Diese Seite bezieht sich nur auf eine herkömmliche Standardverkabelung! Kein BUS-System!

Ich möchte euch in diesem Beitrag unsere Erfahrungen mit der Eigenleistung unserer Elektrik mitteilen. Ich habe mich vor dem Bau unseres Hauses gefragt (wie viele andere, die auf diesen Beitrag gestoßen sind), ob es möglich ist, ohne Elektrikerausbildung oder -erfahrung, die Elektrik des Eigeneheims selbst durchzuführen.
Ja, es ist möglich. Die meisten Arbeiten lassen sich selbst durchführen. Man benötigt trotzdem ein Elektrounternehmen, welches den Hauptanschluss abnimmt und beim Energieversorger anmeldet. Andernfalls fließt kein Strom ins Haus.
Es wird oft behauptet, dass die komplette Elektroinstallation inkl. Verlegen der Kabel, Anschließen usw. ausschließlich von einem Fachbetrieb durchgeführt werden darf. Das ist generell nicht so. Geübte Handwerker dürfen Teile der Installation selbst durchführen. Es gilt jedoch, dass ich mit meinen Eigenleistungen für die Folgen der Installation hafte.
Nähere Informationen: http://www.sanier.de/elektroinstallation/elektroinstallation-haftung

Die Elektrik eines Einfamilienhauses selbst zu planen und durchzuführen, ist nicht ganz so einfach, wie ich mir das Anfangs vorgestellt habe. Es ist sehr zeitintensiv und es müssen sehr viele Punkte vor der Umsetzung beachtet werden. Ich hoffe, dass Bauherren mithilfe unserer dokumentierten Erfahrungen weniger Probleme bei der Planung bekommen, Zeit sparen oder gar ganz die Finger davon lassen, weil es einfach zu viel Arbeit ist. Es lässt sich eine Menge Geld damit sparen, wenn man eine sehr umfangreiche Elektrik plant.

Folgende Punkte werden in diesem Beitrag näher erläutert.

  • Vorbereitung
  • Planung
  • Beschaffung
  • Kosten
  • Umsetzung (Vorinstallation)
  • Abnahme durch Elektrofachbetrieb
  • Umsetzung (Endmontage)

Vorbereitung

Bevor man aufwendig die Planung der eigenen Hauselektrik plant, Material kauft und loslegt, sollte man wichtige Fragen klären.

  1. Besitze ich die handwerklichen Fähigkeiten und fachlichen Kompetenzen um eine solche Arbeit zu planen und durchführen zu können? Wer „zwei linke Hände“ hat und wem die Begriffe „elektrische Spannung“, elektrischer Widerstand“, Wechselschaltung, Kreuzschaltung, CAT.7 sowie Koaxialkabel nichts sagen, der sollte lieber die Finger von Elektroarbeiten lassen. Es würde sonst bereits an bei Planung massive Probleme geben. Wer sich jedoch mit der Elektrik im Allgemeinen auskennt, könnte mithilfe eines Fachbuchs und einigen Tipps von Fachleuten eine Hauselektrik planen. Die Planung erfordert etwas mehr geistige Anstrengung. Die handwerkliche Umsetzung ist auf jeden Fall körperlich sehr anspruchsvoll. Ohne einem Elektriker zu Nahe treten zu wollen. Kabel verlegen, schlitzen und stemmen kann auch ein Auszubildnener im ersten Lehrjahr einer Elektrikerausbildung. Der Anschluss der Hausverkabelung an das Stromnetz bleibt selbstverständlich für einen Laihen eine nicht zu unterschätzende Aufgabe und sollte besser vom Fachpersonal ausgeführt werden.
  2. Habe ich Freunde, Bekannte oder Familie, die mir bei der Arbeit helfen würden? Die kompletten Arbeiten an der Elektrik allein durchführen zu müssen, geht ganz schön auf’s Zeitkonto. Ohne Hilfe benötigt man mehrere Tage. Wenn man neben der Haupttätigkeit die Elektroarbeiten durchführt, sogar mehrere Wochen. Ganz zu schweigen vom Planungsaufwand, der noch hinzugerechnet werden muss. Baut man mit einem Generalunternehmer, hat man i.d.R. ein Zeitfenster von 1-2 Wochen. Ohne Hilfe, wird das ziemlich eng. Man sollte mindestens für das Ziehen der Kabel eine zweite Arbeitskraft haben.
  3. Gibt es einen qualifizierten Elektriker, der mir die ganze Elektrik an das Stromnetz anschließt und abnimmt? Wenn Sie selbst qualifiziert sind, eine Hauselektrik abzunehmen, beantwortet sich diese Frage von allein. Ist man nicht vom Fach, benötigt man definitiv einen Fachmann. Ein Elektrounternehmen zu finden, welches eine Elektroinstallation abnimmt, die nicht von Fachleuten ausgeführt wurde, ist die schwierigste Aufgabe. Wir haben ca. acht erschiedene Elektrofirmen angeschrieben, ob sie unsere Verkabelung an das Stromnetz anschließen. Von den acht Firmen, zeigten sich nur zwei Firmen bereitwillig. Jedoch zu Preisen, bei denen man sich eigentlich die Eigenleistung sparen könnte. Den Elektrofirmen geht es momentan sehr gut und sie haben wenig Interesse sich dem Risiko auszusetzen  eine eventuell amateurhafte Hausverkabelung fortzusetzen und dafür auch noch Gewährleistung zu übernehmen. Es gibt jedoch auch Firmen, die sich auf die „Elektrik in Eigenleistung“ spezialisieren. Diese helfen bei der Planung und dem Anschluss an das Stromnetz. Bei Bedarf kann man sich für 50-70€/Stunde auch einen Elektriker ins Haus bestellen, der bereit ist, bei einer Eigenleistung zu unterstützen. Eine Plattform, die diese Leistung anbietet, ist: http://www.ewl-instakit.de
    Wir sind letztendlich über Freunde an ein Elektrounternehmen gekommen, die uns ganz offiziell die komplette Verkabelung zu einem angemessenen Preis an das Stromnetz angeschlossen haben. Somit sind wir auch, was die Gewährleistung angeht, auf der sicheren Seite.
    Auf jeden Fall sollte diese Frage geklärt werden, bevor man überhaupt weitere Schritte unternimmt.

Planung

Soweit man nicht vom Fach ist, sollte man sich als erstes mit den Vorschriften und Empfehlungen auseinander setzen. Falsch verlegte Kabel wären für den Bauherren eine Katastrophe. Die Wände wurden verputzt, vielleicht sogar schon die Tapeten angebracht. Und im gesamten Wohnzimmer funktionieren die Steckdosen nicht. Oder die gewünschte Wechselschaltung funktioniert nicht, weil das falsche Kabel verlegt wurde. Ein Alptraum!
Mit der Planung der Elektrik sollte man sehr zeitig beginnen. Spätestens nach Bestätigung des finalen Grundrisses.

Folgende Themen sind für die Planung der Steckdosen und Verkabelung sind wichtig.

  1. Was möchte ich alles haben?
    Netzwerkdosen, TV-Dosen, Treppenlicht, Überwachungskamera, Alarmanlage, Dimmschalter (Wichtig bei LED-Lampen), Außenbeleuchtung, Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung, Deckenleuchten, abgehangene Decke, usw.
  2. Welche Qualitätsstufe oder welches Design möchte ich haben?
    Wer sehr viel Geld sparen möchte, kann seine Hauselektrik im Baumarkt kaufen. Dort gibt es alles 30-40% günstiger als im Elektrofachhandel. Dafür ist die Qualität auch etwas schlechter. NYM-Kabel lassen sich schwieriger abisolieren und Schalter und Steckdosen wirken in manchen Fällen etwas klappriger oder vergilben schneller. Die Sicherheit der Bauteile aus dem Baumarkt ist im Gegensatz zu Markenbauteilen jedoch nicht schlechter. Das Design der Baumarktbauteile ist recht schlicht. Im Fachhandel gibt es von Berker, Gira & Co. eine Riesenauswahl an verschiedenen Farben und Formen. Tipp: Glänzende Cover bekommen nicht so schell Gebrauchsspuren wie matte Cover.
  3. Wieviel möchte ich von allem haben?
    Ein Neubau mit 5 Zimmern und ca. 140m² Wohnfläche darf ruhig 100-140 Steckdosen besitzen. Diese sollten intelligent verteilt werden, damit sie auch alle genutzt werden. Auch bei Wechsel- und Kreuzschaltungen sollte man vernünftig planen, damit man nicht erst durch den ganzen Raum laufen muss, um das Licht anzuknipsen. Zur Erinnerung: Ausschaltung (1 Schalter), Wechselschaltung (2 Schalter), Kreuzschaltung (>2 Schalter). Wer auf DECT-Telefone verzichtet, benötigt an einigen Stellen im Haus TAE-Dosen. Diese können am anderen Ende mit dem Router verbunden werden. Oder man plant den Router an einer zentralen Stelle (z.B. WZ, Flur) und legt ein CAT-Kabel zum Anschlusspunkt des Hauses. Netzwerkdosen sind für eine schnelle Datenübertragung sehr wichtig. Wer >VDSL50Mbit (o.ä.) im Haus nutzen möchte, kommt an Netzwerkkabeln nicht vorbei. WLAN wird durch Wände und Stahl in der Decke sehr stark abgeschirmt wodurch eine flächendeckende Übertragung fast unmöglich ist. Ich berichte hier aus Erfahrung. Gerade der Standard Telekom Router Speedport W724V mit seiner mickrigen intergrierten Antenne deckt nicht mal das EG komplett ab. Der TP-Link TL-WR1043ND schafft es zumindest mit akzeptabler Geschwindigkeit ins OG. Aber HighSpeed und störungsfrei sieht anders aus. Repeater sind nur eine Notlösung und die Übertragung via PowerLAN ist meist nicht schnell genug. Außerdem gehen PowerLAN Adapter oft nach ca. 2-4 Jahren kaputt. TV-Dosen für den Satellitenempfang sollten ebenfalls in jedem Zimmer geplant werden, wenn man schon mal baut. Für die Fußbodenheizung werden Thermostate benötigt. Diese sind teuer. Die Thermostate in Fluren sowie im HWR und Ankleide sollte man sich sparen. Die Temperatur lässt sich in diesen Räumen auch über Stellventile im Heizkreisverteiler steuern, welche i.d.R schon vorhanden sind, wenn ein Heizungsbauer die Fußbodenheizung verlegt. Digitale Thermostate mögen zwar praktisch und schick sein, werden aber i.d.R. nicht den Erwartungen entsprechend genutzt. Fußbodenheizungen sind träge. Man stellt nur einmal eine Temperatur ein, welche dann über den ganzen Winter eingestellt bleibt. Analoge Thermostate reichen dafür aus. Lampenanschlüsse sollten sorgfältig geplant werden, da diese sich am wenigsten nachrüsten lassen. Kabeldurchgeführungen an den Filigrandecken können NUR mit sehr großen Aufwand versetzt werden. Wir haben dafür einen kleinen Bereich von 80x150cm abgehangen, um darunter das Kabel für die Esstischlampe zu versetzen, die natürlich mittig über den Tisch hängen sollte.
  4. Wo möchte ich was haben?
    Am Besten ist, man zeichnet sich alles auf. Ich habe mir alle Räume so auf ein Blatt gezeichnet, dass die Wände „aufgeklappt“ nebeneinander zu sehen sind. Das hat den Vorteil, dass man auch die Höhe der Dosen sowie die Kabelwege skizzenartig einzeichnen kann. Auch eine Kopie des Grundrisses ist ebenfalls nützlich, um die Leitungswege auf dem Boden, der Decke oder an der Außenwand einzuzeichnen.Elektrik in Eigenleistung 1Diese Zeichnung kann man kostenlos mit „Libre Office Draw“ oder in einer 30-Tage Testversion mit Microsoft Visio anfertigen. Wer es er schnell und unkompliziert mag, kann auch einen A4-Zeichenblock, Lineal und Bleistift benutzen 🙂
    Nun sollte man alle Dosen, Lampenanschlüsse und Kabelwege einzeichnen. Für diesen Abschnitt habe ich sehr viel Zeit benötigt. Wenn dann alles eingezeichnet ist, sollte man die Leitungswege grob ausmessen und die ermittelten Längen und Mengen in eine Liste übernehmen, mithilfe dieser dann später das Material bestellt wird.
  5. Wie möchte ich die Stromkreise absichern?
    Die Planung der FI-Schalter und Sicherungen ist eigentlich Sache des Fachmanns. Man muss jedoch beim Verlegen der Kabel die Stromkreise berücksichtigen, weil nur die Enden eines Stromkreises im HWR aus dem Estrich ragen. Somit muss man jeden Stromkreis bereits vorher planen. Man könnte sich hier mit einem Fachmann beraten oder folgende Informationen als Hilfestellung nehmen.Wir haben unsere Stromkabel so verlegt, dass Licht und Steckdosen eines Raumes an einen Leitungsschutzschalter 16A geklemmt werden. Dunstabzugshaube, Geschirrspüler, Mikrowelle, Waschmaschine und Sauna haben wir jeweils an nur einem Leitungsschutzschalter geklemmt. 400V Steckdosen, wie zum Beispiel Herd, CEE Dosen für z.B. Sägen, Saunaöfen, usw. benötigen jeweils drei Leitungsschutzschalter oder einen 3er-Kombi-Schalter. Ca. 8 Stromkreise (abhängig von der zu entnehmenden Stromlast) erhalten i.d.R. einen FI-Schalter. Überwachungs- und Alarmelektronik sollten nicht am selben FI-Schalter geklemmt werden, wie die Außenelektrik und -beleuchtung.
    Bei ca. 12 Zimmern inkl. Bad, WC, Flure und Dachboden, der Außenbelechtung, der Außenelektrik, der Alarmelektronik, Mikrowelle, Geschirrspüler, Gastherme, Waschmaschine und Dunstabzugshaube ergeben ca. 20x 230V Stromkreise sowie Herd, Saunaofen und CEE-Dose in der Garage ergeben 3x 400V Stromkreise. Bei 23 Stromkreisen ergibt das ca. 3-4 FI-Schalter und einen Hauptschalter. Übrigens lässt sich auch an eine 400V-Geräteanschlussdose (Herdanschlussdose) ein 230V Saunaofen anschließen. Es muss also nicht extra eine Schuko-Steckdose installiert werden.
  6. Welche und wie viel Kabel benötige ich?
    Die Wahl der Kabel ist sehr wichtig. Es sollten keinesfalls die falschen Kabel verlegt werden, da es sonst zu Bränden kommen kann. Bei langen Leitungswegen sollten Kabel mit höherem Querschnitt verwendet werden, da aufgrund der Kabellänge der elektrische Widerstand höher ist. Bei 400V Anschlüssen sollten generell immer mindestens 2,5mm² Kabel verwendet werden. Die folgende Tabelle stellt eine grobe Übersicht über den Anwendungsbereich der verschiedenen Kabel da.
1,5mm² NYM 3-adrig Deckenbeleuchtung 230V, Steckdosen 230V, Außenbelechtung 230V, Außensteckdosen 230V, Backofen (i.d.R. 230V Schuko-Stecker)
1,5mm² NYM 5-adrig Für Wechsel- und Kreuzschaltungen, Raumthermostate 12-230V
2,5mm² NYM 3-adrig Für Leitungswege ab 20m zwischen 1.Dose und Stromkasten. Zwischen den Dosen lassen sich im EFH bei 230V generell 1,5mm² verwenden
2,5mm² NYM 5-adrig Sauna 400V, Strom Garage 400V, Herd
2,5mm² SIHF-JB 5-adrig Nicht gasende Hochtemperaturkabel mit Silikonmantel für den Innenbereich der Sauna
2,5mm² NYY 5-adrig Erdkabel für den Garten mit verstärktem Mantel

Die benötigten Längen ergeben sich aus der in Punkt 4 erstellten Zeichnung.

Allgemeine Tipps für die Planung
– Verwenden Sie nur Gerätedosen mit 60mm Tiefe (z.B. Kaiser 1555-04)
– Verwenden Sie für die Netzwerkdosen und eventuell für die TV-Dosen die großen Elektronikdosen (z.B. Kaiser 1068-02)
– Verwenden Sie Koaxialkabel mit mindestens 120dB (z.B. Kathrein LCD 111)
– Verwenden Sie für die Netzwerkverkabelung mindestens S/FTP Kabel (z.B. DRAKA UC900 SS 23 4P S/FTP PE Cat.7), Zwei Kabel pro Dose oder ein Duplexkabel
– Führen Sie Erdungsleitungen zu Badewanne, Netzwerkschränken und Satellitenschüsselhalterungen (ist nicht vorgeschrieben, aber zu empfehlen!)
– Verlegen Sie Lautsprecherkabel (2,5mm² 2-adrig) für eine Surroundanlage unter den Putz inkl. Lautsprecheranschlussdosen (z.B. DYNAVOX Lautsprecher Anschlussblende)
– Schützen Sie die CAT- und Koaxialkabel an den Türschwellen mit Wellrohr. Diese Kabel sind sehr empfindlich.
– Verlegen Sie die Klingelleitung vom Klingelschalter zum späteren Standort der Klingel (z.B. Flur) und von dort zum Sicherungsschrank. Nutze mindestens 4-adrige Leitungen für eventuelle Klingelbeleuchtung. Speise die Klingel mit Strom vom Klingeltrafo, der als Hutschienenelement erhältlich ist. Verzichte auf Batterien und Funkelemente!
– Wer eine Alarmanlage plant, sollte zusätzlich 2-4 adrige dünne Kabel zu den Fenstern im Erdgeschoss verlegen, um dort später Reed-Kontakte anzuklemmen. Es gibt Reed-Kontakte, die in die Fensterrahmen eingearbeitet sind. Hier hilft der Fensterhersteller weiter.
– Wir haben Doppel-Steckdosen in die Fensterlaibung für Weihnachtsbeleuchtung und zum Aufladen von Smartphones installiert. Wir nutzen diese Steckdosen sehr oft und ich kann dies sehr empfehlen.
– Verlegen Sie keine Kabel unter der Dusch- oder Badewanne und halten Sie die vorgeschriebenen Installationszonen in Feuchträumen ein. Möchten Sie im Feuchtbereich (Dusche oder Badewanne) Licht installieren, planen Sie einen Spannungstransformator in sicherer Entfernung ein, der die Spannung auf 12 oder 24 Volt reduziert. Deckenbeleuchtung ist davon nicht betroffen.

Beschaffung

Sie haben nun die Planung abgeschlossen und eine Liste mit der Anzahl der Steckdosen, Lichtschalter, Lampen, der Leitungslängen der verschiedenen Kabelarten, Bestellnummern, usw. angefertigt. Dann können Sie jetzt alle Teile in einem Elektrofachhandel oder im Baumarkt beschaffen. Elektrofachhandel verkaufen oft nicht an Privatpersonen. Mit einem Freund oder Bekannten, der einen Gewerbeschein besitzt und Dir behilflich sein möchte, ist das jedoch kein Problem.
Die Beschaffungsliste für unser EFH sieht wie folgt aus. Außerdem habe ich den Einkauf in die Vorinstalllation und in die Endmontage aufgeteilt.

Vorinstallation

Beschreibung Menge
WAGO 273-153 Verbindungsdosenklemmen, 3 x 0,75-1,5 mm² transparent VPE 100 Stck 1
WAGO 273-155 Verbindungsdosenklemmen, 5 x 0,75-1,5 mm² transparent VPE 100 Stck 1
Kaiser 1068-02 Electronicdose 10
Kaiser 1555-04 Geräte-Verbindungsdose M25 200
NYM-J 5×2,5 mm² PVC-Mantelleitung Ring 50m
NYM-J 5×1,5 mm² PVC-Mantelleitung Ring 100m
NYM-J 3×1,5 mm² PVC-Mantelleitung Ring 900m
Kathrein LCD 111 200m
DRAKA UC900 SS 23 4P S/FTP PE Cat.7 250m (125m bei Duplex)
Signaldeckel für die Putzarbeiten 200
Pipe Kunststoffrohr/Wellrohr 50mm 25m
Schlaufen/Krampen nach DIN 1159 1000g 2
Montagelochband 19mm x 10m 1
Fixpin Großer Kragen 200Stück 1
Klingeldraht J-Y(ST)Y 50m

Endmontage

Beschreibung Menge
Steckdose 120
Wechselschalter 25
Kreuzschalter 1
Doppelwippschalter 1
Raumtemperaturregler analog 8
Jalosieschalter 2 (Rest ist mechanisch)
Antennendose für TV 9
Netzwerkdose für CAT 9
Wippe Schalter Einfach 26
Wippe Schalter Doppel 1
Wippe Schalter mit Pfeil (Jalosie) 2
Rahmen 1-Fach 31
Rahmen 2-Fach 44
Rahmen 3-Fach 10
Rahmen 4-Fach 2
Rahmen 5-Fach 4
Abschlusswiderstand für TV-Dosen 9 (Notwendig, wenn Durchgangsdose als Enddose verwendet wird)
Klingelknopf 1
Klingeltrafo für Hutschienenmontage 1

Werkzeug

Setzeisen
Bohrkrone SDS (Wolfcraft 7957000 Diamant-Bohrkrone)
Bohrhammer SDS
Meißel für SDS
Schlitzfräse
Dosenabisolierer
KNAUF Rotband Haftputz (ideal zum einsetzen der Gerätedosen, Gips ist nicht empfehlenswert)
Fäustel
Kaiser Bohrschablone (1190-65 EAN: 4013456442009)

 

Kosten

Das Material für die Elektroinstallation kostet relativ wenig. Der Arbeitslohn der Elektriker ist der Teil, der eine umfangreiche Elektroinstallation schnell mal 8000 – 16000 € kosten lässt. Deswegen lässt sich hier eine Menge Geld sparen. Unsere Kosten im Überblick.

Beschreibung Kosten
Material Vorinstallation inkl. Werkzeug, aber ohne Bohrhammer 1260,- €
Material Endmontage 1950,- €
Fachgerechte Montage des Zählerschranks durch Elektrofachbetrieb 1800,- €
Sonstiges und Kleinmaterial 150,- €
Zwischensumme 5160,- €
Gutschrift vom Bauunternehmen für Eigenleistungen -2700,- €
Summe 2460,- €
Angebot für unsere gewünschte Zusatzleistungen vom Elektrofachbetrieb des Bauunternehmens 9200,- €
Unsere Ersparnis bei ca. 200 investierten Arbeitsstunden 6740,- €

Umsetzung (Vorinstallation)

Schritt 1: Anzeichnen, Bohren und Ausstemmen der Dosenlöcher

Benötigtes Werkzeug: Bohrhammer inkl. SDS-Meißel, Schlitzfräse, Fäustel, Handmeißel, Zimmermannsbleistift, Zollstock, Kaiser Bohrschablone (1190-65 EAN: 4013456442009), Wasserwaage, 68mm oder 72mm Bohrkrone (Wolfcraft 7957000 Diamant-Bohrkrone)

Sobald alle Wände gemauert oder gesetzt wurden, kann man mit den ersten Arbeiten beginnen. Dem Anzeichnen, Bohren und Stemmen der Wandschalenlöcher. Doch bevor man das erste Loch bohrt, sollte man noch mal die Notwendigkeit aller angezeichneten Steckdosen und Schalter prüfen. Manchmal ergibt sich noch die eine oder andere Änderung. Planen Sie die Wege so ein, dass Sie die Kabel auf dem kürzesten Weg (jedoch unter Einhaltung der Installationszonen) von Steckdose zu Steckdose verlegen können.
Sobald alles überprüft wurde, kann mit dem Ausbohren der Dosenlöcher begonnen werden. Wer die Kaiser Lochschablone verwendet hat, hat bereits die Bohrlöcher zum Aufsetzen der Bohrkrone und kann entsprechend zügig alle Dosen bohren. Hinweis: Wer eine günstige Universalbohrkrone mit geringer Schnitttiefe aus dem Baumarkt verwenden möchte, muss bei Verwendung einer 60mm UP-Schale nach dem ersten Ausstemmen noch einmal ca. 10mm bohren, um die notwendige Tiefe zu erreichen.

Schritt 2: Einsetzen der UP-Schalen

Benötigtes Material: Rotband Haftgipsputz (kein Gips!!! – härtet zu schnell aus), 60mm UP-Schalen, Mörtelkelle, Spachtel, Eimer zum Anrühren, Wasserwaage

Als erstes habe ich alle UP-Schalen bearbeitet. Ich habe die Zweier, Dreier, Vierer und Fünfer-Kombinationen zusammengesteckt und die störenden Überstände und Kabeldurchlässe mit eine Zange abgeknipst. Anschließend habe ich die fertig bearbeiteten UP-Schalen vor die entsprechenden Plätze gelegt. Anschließend habe ich ausreichend Haftgipsputz angerührt und die Dosen Raum für Raum mithilfe einer kleinen Wasserwaage eingeklebt. Die Dosen sollten halbwegs gerage in horizontaler UND vertikaler Richtung eingeklebt werden, da andernfalls Spalte beim Montieren der Blenden entstehen.

Schritt 3: Verlegen der Kabel

Sobald die Fenster und Türen eingebaut sind und der Rohbau abschließbar ist, können Sie mit dem Verlegen der Kabel beginnen. Das Material sollten sie nicht im Haus verlegen, wenn es nicht abschließbar ist. Versichert ist es auch nicht. Deshalb sollten Sie es auch erst mitnehmen, wenn Sie es wirklich brauchen. Das hat jedoch keine allgemeine Gültigkeit. Wenn das Zeitfenster eines Elektrikers dran ist, muss er auch ins Haus und haftet auch für den Verlust seines Materials. Sie können also selbst entscheiden, ob Sie das Risko eingehen möchten.
Ich habe mit dem Verlegen der 3-adrigen NYM-Leitungen immer an der letzten Steckdose begonnen und habe die Leitungen dann von Steckdose zu Steckdose verlegt. Bei der ersten Dose würde man dann das Kabel Richtung Verteilerschrank verlegen. Der Übersichtlichkeit habe ich erst alle Räume in einem Geschoss fertiggetsellt und anschließend die Zuleitungen zu den Räumen verlegt. Seien Sie großzügig und planen Sie mindestens 5 Meter Kabellänge vom Boden unter dem Verteilerschrank bis zur Sicherung ein! Die Kabel werden mit Krampen in den Wandschlitzen befestigt.

Isolieren Sie an den Kabelenden den Außenmantel vor dem Einstecken in die Gerätedosen mit dem Dosenabisolierer ab. Dies vereinfacht das Eindrücken der Kabel, wenn die Dosen mit dem Signaldeckel verschlossen werden. Das nachträgliche Entfernen des Mantels in der Dose ist etwas umständicher.

Schritt 4: Verlegen der Netzwerk- und Koaxialkabel

Verlegen Sie die Netzwerk- und Koaxialkabel so spät wie möglich. Diese Kabel sind sehr empfindlich. Netzwerkkabel haben im inneren acht sehr dünne Kupferleitungen, die beim „drauf treten“ beschädigt werden könnten. Bei Koaxialkabel ist die Abschirmung sehr wichtig, die ebenfalls schnell und bis zur Unbrauchbarkeit beschädigt werden kann. Es empfiehlt sich, diese Kabel an den Türschwellen mit PVC-Wellrohr zu schützen. Auch wenn Sie quer durch den Raum verlegen, schützen Sie unbedingt diese Kabel.
Auch wenn es möglich ist, Netzwerk- und Koaxialkabel irgendwo in der Mitte zu trennen, ist es nicht empfehlenswert. Verlegen Sie also immer komplette Kabelstücke von der Dose zum Patchpanel,  Multischalter oder LNB. Spannen Sie die Rolle auf eine Abrollvorrichtung oder auf eine Gerüststange, um das ständige „Verrollen“ und Knicken der Kabel zu vermeiden. Hochwertig abgeschirmte Kabel (wie z.B. S-FTP) können problemlos zusammen mit anderen spannungsführenden Kabeln verlegt und zusammengebunden werden.

Schritt 5: Schützen der verlegten Kabel, Überprüfen aller Räume und Abdecken der UP-Schalen

Wenn Sie alle Kabel verlegt haben, nehmen Sie sich am Besten eine Checkliste mit allen Stromkreisen, gehen diese Dose für Dose durch und Haken erst ab, wenn Sie 100%ig sicher sind, dass dieses Kabel ordentlich verlegt wurden. Gerade zu diesem Zeitpunkt hat man meistens keine Lust mehr und meint: „Wird schon passen!“. Der Ärger und Aufwand bei einem vergessenen oder falsch verlegten Kabel ist enorm groß und absolut unnötig.

Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit gleich mit, ob alle Kabel gut geschützt und mit Kabelbindern fixiert verlegt sind. Beim Anbringen des Innenputzes müssen alle empfindlichen Kabel auf dem Boden fixiert und geschützt sein. Manche Handwerker bekommen ihre Füße nicht richtig gehoben und treten dann versehentlich gegen die Kabelstränge. Deswegen muss alles fest angebracht werden. Beim Verlegen der Fußbodendämmung wird im Bereich der Kabel auf dem Fußboden meist die Dämmplatte ausgeschnitten und um die Kabel herum ein Streugranulat verwendet. Wenn man dem Verleger Arbeit ersparen möchte, verlegt man Kabel möglichst nicht diagonal durch den Raum.

Abnahme durch Elektrofachbetrieb

Sobald der Innenputz angebracht, Fußbodendämmung, Heizung und Estrich verlegt wurde, kann der Elektriker den Verteilerschrank anbauen und die Kabel anklemmen. Wer das selbst durchführen möchte, kann dies auch zu diesem Zeitpunkt tun.
Fachbetriebe und Unterstützung gibt es auf: http://www.ewl-instakit.de

Nach dem fachgerechten Anschluss erfolgt die Abnahme nach DIN VDE 0701-0702 durch den Elektriker und der Antrag an den Energieversorger. Der Antrag kann nur durch einen Fachbetrieb gestellt werden. Andernfalls gibt es keine Genehmigung.

Umsetzung (Endmontage)

Die Endmontage der Wippen, Rahmen und Einsätze ist nun ein Kinderspiel. Bei 4-fach und 5-fach Rahmen zeigt sich nun, ob die Dosen sorgfältig und gerade eingearbeitet wurden. Koaxial- und CAT-Kabel an die Einheiten anzuklemmen ist sehr zeitaufwendig. CAT-Kabel sollten an einem zentralen Punkt an ein Patchpanel angeklemmt werden. Alternativ ist auch das direkte Crimpen in RJ45-Stecker möglich, die dann anschließend ohne Umwege in den Netzwerkswitch gesteckt werden.

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